Branchenvertreter legen 7-Punkte-Plan vor – So könnte der Ticketvertrieb besser werden

Branchenvertreter haben ein Positionspapier zum „Vertrieb der Zukunft“ vorgestellt. Es sieht eine stärkere Verzahnung digitaler Angebote mit persönlicher Beratung sowie effizientere Vertriebsstrukturen im Nahverkehr vor.

Die Arbeitsgruppe Tarif und Vertrieb des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN) und der Deutschlandtarifverbund (DTV) haben gemeinsam ein Positionspapier zum „Vertrieb der Zukunft“ veröffentlicht. Ziel sei es, den Ticketvertrieb im Nah- und Regionalverkehr einfacher, moderner und kundenfreundlicher zu gestalten, wie es in einer Mitteilung heißt. Persönliche Beratung solle weiterhin erhalten bleiben und künftig stärker mit digitalen Angeboten wie Videoberatung oder Chatbots kombiniert werden. Dadurch könnten Beratungsleistungen ortsunabhängig angeboten werden.

Grundlage der Weiterentwicklung ist nach Angaben der Verbände ein gemeinsamer 7-Punkte-Plan. Dieser solle den Digitalisierungsschub der vergangenen Jahre nutzen und Innovationen wie Account-Based-Ticketing schneller in die Praxis überführen. Zugleich sollen Tarifreformen sowie optimierte Vertriebsprozesse den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fahrgäste Rechnung tragen und die Kosteneffizienz im Nahverkehr verbessern.

Hintergrund seien unter anderem die Veränderungen durch das Deutschlandticket, das Ticketvertrieb und Tarifwesen nachhaltig beeinflusst habe. Nach Angaben der Verbände sollen deshalb unter anderem die Zahl der Fahrkartenautomaten reduziert und verstärkt bargeldlose Automaten eingesetzt werden.

Peter Panitz, Präsident des BSN und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des DTV, erklärte, die Bedeutung klassischer Vertriebswege nehme aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung kontinuierlich ab, während qualitativ hochwertige Beratung an ausgewählten Standorten weiterhin erforderlich bleibe.

Der 7-Punkte-Plan biete konkrete Lösungsansätze für Aufgabenträger, betonte DTV-Geschäftsführer Johann von Aweyden. Denn infolge der sinkenden Umsätze im analogen Ticketverkauf seien diese Kanäle mit demselben finanziellen Aufwand wirtschaftlich nicht länger vertretbar, führte er aus.

EVN