Die Allianz pro Schiene fordert eine Verschärfung des Strafrechts zum Schutz von Beschäftigten in der Bahnbranche. Zudem begrüßt der Verband das geplante Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen, sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf bei Sicherheit und Personal.
Eine konsequentere strafrechtliche Verfolgung von Angriffen auf Bahnmitarbeiter fordert die Allianz pro Schiene. Laut einer Mitteilung des Verbands sollten Beschäftigte in Zügen und an Bahnhöfen im Strafrecht Berufen gleichgestellt werden, die dem Gemeinwohl dienen. Dadurch könnten Angriffe auf sie künftig härter bestraft werden.
Anlass der Forderung ist nach Angaben der Allianz pro Schiene unter anderem der jüngste Angriff auf einen Sicherheitsmitarbeiter in Baden-Württemberg. Geschäftsführer Dirk Flege erklärte, Gewalt gegen Bahnpersonal dürfe gesellschaftlich nicht hingenommen werden. Dem verletzten Mitarbeiter wünsche der Verband eine schnelle und vollständige Genesung.
Nach Daten der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei stieg die Zahl der Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn von 2.412 im Jahr 2024 auf 2.689 im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozent. Nach Auffassung der Allianz pro Schiene müsse dieser Entwicklung mit entschlossenem Handeln begegnet werden. Das geplante Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen sei dafür ein wichtiger Schritt, setze jedoch ausreichendes Personal zur Kontrolle voraus. Außerdem sollte das Zugpersonal bei Fahrscheinkontrollen nach Ansicht des Verbands möglichst nicht allein eingesetzt werden.
Die Allianz pro Schiene fordert den Bund konkret auf, Bahnbeschäftigte strafrechtlich mit anderen Gruppen – wie etwa Polizei- und Feuerwehrkräften – gleichzustellen und in die geplante Neuregelung des § 116 StGB mit aufzunehmen. Als Vorbild verweist die Organisation auf die Schweiz, wo ein entsprechender Schutz bereits gesetzlich verankert sei.
Gleichzeitig weist die Allianz pro Schiene darauf hin, dass die Gesamtzahl der Straftaten an deutschen Bahnhöfen zuletzt zurückgegangen sei. Laut einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik folge die Entwicklung an Bahnhöfen dem bundesweiten Trend und sank um sechs Prozent. Die Zahl der allgemeinen Gewaltdelikte und Diebstähle an den Stationen habe sich dabei sogar überdurchschnittlich stark verringert.
EVN
