Für die Regionalbahnlinie RB 74 zwischen München und Buchloe wird der Betrieb ab Dezember 2029 europaweit neu vergeben. Vorgesehen sind ein Stundentakt und präzisere Qualitätsvorgaben.
Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das europaweit offene Vergabeverfahren „Vorortverkehr München–Buchloe 2030+“ gestartet, wie sie mitteilte. Gegenstand ist der Betrieb der Regionalbahnlinie RB 74 zwischen München und Buchloe mit rund 0,7 Millionen Zugkilometern jährlich. Der Verkehrsvertrag soll von Dezember 2029 bis mindestens Dezember 2035 laufen.
Über Verlängerungs- und Kündigungsoptionen will die BEG das tatsächliche Vertragsende an den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der zweiten Münchner S-Bahn-Stammstrecke anpassen. Angebote der Eisenbahnverkehrsunternehmen werden bis Ende Januar 2027 erwartet; der Zuschlag ist frühestens für März 2027 vorgesehen. Derzeit betreibt DB Regio die RB 74.
Bernreiter: Linie ist wichtig und gut nachgefragt
Bayerns Verkehrsminister und BEG‑Aufsichtsratsvorsitzender Christian Bernreiter (CSU) sagte, die Linie sei ein wichtiger und gut nachgefragter Pfeiler im Zulauf auf die Landeshauptstadt. Man wolle Züge fast durchgehend im Stundentakt fahren lassen und trotz schwieriger Kosten- und Finanzlage das heutige Angebot sichern sowie weitere Qualitätsverbesserungen anstreben.
Zusammen mit parallel verlaufenden Linien ergebe sich tagsüber zwischen München und Buchloe ein Gesamtangebot von zwei bis drei Regionalzügen pro Stunde und Richtung. Dreimal täglich enthalte der RB‑74‑Fahrplan Taktlücken, die von der Linie RB 68 München–Füssen geschlossen würden, die in Fürstenfeldbruck nicht hält. Neu hinzu kommt montags bis freitags eine Verbindung um 21:36 Uhr ab Buchloe mit Ankunft am Münchner Hauptbahnhof um 22:19 Uhr.
Neu- und Gebrauchtfahrzeuge zugelassen
Bei den Fahrzeugen sind Neu- und Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2010 zugelassen. Die Ausstattungsanforderungen blieben unverändert und umfassen laut BEG unter anderem große Mehrzweckbereiche, Einstiegshilfen, kostenloses WLAN und zahlreiche Monitore für Fahrgastinformationen.
Die Pünktlichkeitsquote der RB 74 lag den Angaben zufolge 2025 mit 81,1 Prozent unter dem bayernweiten Wert von 84,9 Prozent, vor allem wegen Infrastrukturmängeln. BEG‑Geschäftsführerin Bärbel Fuchs sagte, auf die marode Infrastruktur habe man keinen Einfluss, versuche aber, die Auswirkungen abzufedern. In Absprache mit dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO sollen Züge Richtung München in Fürstenfeldbruck künftig nicht mehr an Gleis 1, sondern am für die S‑Bahn vorgesehenen Gleis 3 halten. Dadurch entfielen zweifache Gegengleis‑Kreuzungen, die heute Verspätungen verstärken und auf andere Linien übertragen. Der Ein- und Ausstieg in Richtung München wäre an Gleis 3 nicht mehr stufenfrei; der Bahnsteig ist über Aufzüge barrierefrei erreichbar, bei Bedarf stünden Einstiegshilfen zur Verfügung.
Zudem verschärft die BEG nach eigenen Angaben Vertragsstrafen bei Nichterfüllung hoher Qualitätsvorgaben, etwa bei Sitzplatzkapazitäten oder Pünktlichkeitswerten, und schreibt wöchentliche Außenreinigungen aller Fahrzeuge mit Nachweispflicht vor.

EVN
