Ob Wanderurlaub, Städtetrip oder Ausflug ins Umland: Viele Tourismusregionen sind auf Busse und Bahnen angewiesen. Doch eine Branchenumfrage zeigt, warum Urlauber häufig lieber das Auto nehmen – und welche politischen Voraussetzungen aus Sicht der Verkehrsunternehmen fehlen.
Der öffentliche Nahverkehr in ländlichen Tourismusregionen benötigt nach Einschätzung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) verlässlichere politische Rahmenbedingungen und eine dauerhafte Finanzierung. Eine Branchenumfrage und ein neues Positionspapier verdeutlichen nach Angaben des Verbands die Herausforderungen für Bus und Bahn an Urlaubsorten.
67 Prozent der befragten Verkehrsunternehmen nennen die Bequemlichkeit des Autos als größtes Hindernis für die Nutzung des ÖPNV durch Urlauber. Weitere Probleme sind ein unzureichendes Angebot beziehungsweise eine ungünstige Taktung, die 52 Prozent anführen, sowie fehlende Informationen und Orientierung, die 45 Prozent nennen.
Auch die Finanzierung bleibt nach Angaben des Verbands problematisch: 45 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass keine Tourismusmittel in den ÖPNV fließen. Zudem können 27 Prozent die Wirkung gezielter Maßnahmen nach eigenen Angaben nicht beurteilen.
Als wichtige Ansatzpunkte nennt der VDV eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Verkehrsunternehmen und Tourismusakteuren, bessere Informationen sowie eine verlässliche Finanzierung. Der Verband fordert, Bund, Länder, Kommunen, Aufgabenträger und Tourismusakteure sollten die touristische Mobilität als gemeinsame Aufgabe behandeln. Denkbare Finanzierungs- und Steuerungsinstrumente seien unter anderem Gästekarten, Kurbeiträge, Parkraumbewirtschaftung und Besucherlenkung.
Mit dem Positionspapier „Touristischer ÖPNV im ländlichen Raum – Chancen für Regionen, Gäste und Umwelt“ will der Verband den öffentlichen Verkehr stärker als Bestandteil der regionalen Daseinsvorsorge und nachhaltigen Mobilität verankern.

EVN
