Der extrem niedrige Rheinpegel bei Kaub zeigt nach Ansicht des VNEI die fehlenden Ausweichmöglichkeiten im deutschen Güterverkehr. Der Verband fordert, nichtbundeseigene Bahnstrecken und Gleisanschlüsse stärker als Reserveinfrastruktur zu fördern.
Der Verband nichtbundeseigener Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber (VNEI) fordert angesichts des niedrigen Rheinpegels eine stärkere Einbindung nichtbundeseigener Eisenbahninfrastruktur in die nationale Verkehrsplanung. Nach Angaben des Verbands ist der Pegel bei Kaub auf sechs Zentimeter gefallen und erschwert damit den Gütertransport auf dem Rhein. Der VNEI sieht darin ein Beispiel für die begrenzten Ausweichmöglichkeiten, wenn ein wichtiger Verkehrsträger ausfällt.
Zahlreiche Industrie- und Hafenstandorte seien über nichtbundeseigene Gleisanschlüsse an das Schienennetz angebunden und könnten grundsätzlich zusätzliche Transportmöglichkeiten bieten. Dafür müssten die entsprechenden Strecken und Anlagen jedoch kontinuierlich instand gehalten und ausgebaut werden.
Der Verband fordert deshalb, nichtbundeseigene Gleisanschlüsse als Bestandteil nationaler Redundanzplanung anzuerkennen und auch in Krisenplänen für Niedrigwasser, Streiks und größere Baustellen zu berücksichtigen. Zudem verlangt der VNEI eine verlässliche und mehrjährige Förderung von Instandhaltung und Investitionen. Nach Verbandsangaben umfasst das öffentliche Schienennetz außerhalb des DB-Netzes rund 6.000 Kilometer und damit etwa 15 Prozent des gesamten Netzes.

EVN
