Ein Passagierzug von Trenitalia ist laut Ankündigung in Italien mit dem digital-elektromechanischen Bremssystem von Knorr-Bremse in den regulären Betrieb gestartet. Die Technologie überträgt das Bremssignal elektrisch und erzeugt die Bremskraft über Elektromotoren.
Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse und Trenitalia haben auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin den erstmaligen Einsatz eines digital-elektromechanischen Bremssystems in einem Passagierzug im regulären Betrieb in Italien angekündigt. Nach Unternehmensangaben ersetzt die sogenannte EM-Bremse pneumatische und hydraulische Komponenten durch eine elektrische Signalübertragung und eine elektromechanische Erzeugung der Bremskraft.
Das System ermöglicht laut dem Unternehmen eine schnellere Reaktion, eine präzisere Regelung der Bremskraft und kürzere Anhaltewege. Zudem könne die geringere Zahl an Komponenten zu einem niedrigeren Gewicht und damit zu Energieeinsparungen beitragen. Knorr-Bremse zufolge verfügt die EM-Bremse ab Auslieferung über Funktionen zur telemetrischen Überwachung und Diagnose, darunter Predictive Maintenance.
Mit der Technologie verfolgt Knorr-Bremse nach eigenen Angaben die Entwicklung eines sogenannten „Airless Train“, bei dem Druckluft- und Hydrauliksysteme im Bremssystem entfallen. Der Einsatz im regulären Betrieb soll weitere Erkenntnisse für die Entwicklung und Marktreife der Technologie über verschiedene Fahrzeugklassen hinweg liefern.
Knorr-Bremse bezeichnet die EM-Bremse als Baustein für leichtere und energieeffizientere Züge und sieht darin zugleich Potenzial für eine Optimierung von Wartung und Lebenszykluskosten.

EVN
