Der Bahnhof Wien Mitte soll wieder vollständig unter dem Dach der ÖBB stehen. Der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG hat dem Ankauf des Komplexes zugestimmt. Der Vollzug ist nach behördlicher Freigabe für Ende Dezember vorgesehen.
Der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG hat dem Rückkauf des Bahnhofs Wien Mitte samt Shoppingcenter und Büroflächen zugestimmt. Nach Angaben der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) soll der Komplex damit nach mehr als 20 Jahren wieder gemeinsam mit den Bahnanlagen in einer Hand liegen. Verkäufer sei eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing; über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Der Vollzug der Transaktion steht laut ÖBB noch unter üblichen Bedingungen und soll nach fusionskontrollrechtlicher Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde Ende Dezember erfolgen. Wien Mitte ist nach Angaben des Unternehmens gemessen an den Fahrgästen der viertgrößte Bahnhof Österreichs und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Täglich hielten dort 575 Züge, rund 75.000 Menschen stiegen ein, aus oder um.
Mit dem Rückkauf sollen die ÖBB nach eigener Darstellung mehr Möglichkeiten erhalten, die Entwicklung des Standorts aus einer Hand zu steuern. Bahnanlagen und Gebäude seien baulich und technisch eng miteinander verbunden, weshalb Änderungen bislang mit den jeweiligen Eigentümern abgestimmt werden mussten. Für die kommenden Jahre verweisen die ÖBB unter anderem auf die erwartete steigende Belastung der S-Bahn-Stammstrecke.
Für bestehende Mieter soll sich laut ÖBB durch den Eigentümerwechsel nichts ändern; die Verträge würden unverändert weitergelten. Der heutige Komplex wurde zwischen 2007 und 2013 errichtet und 2015 an eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing verkauft. Die ÖBB-Liegenschaft war bereits 2005 an die damalige Bank Austria Creditanstalt-Gruppe veräußert worden.

EVN
