Güterbahnen-Verband sieht Wettbewerbsproblem bei der Deutschen Bahn

Die Güterbahnen kritisieren die Klage der DB InfraGO gegen einen Beschluss der Bundesnetzagentur. Dieser soll in überlasteten Netzabschnitten mehr Wettbewerb im Fernverkehr ermöglichen. Der Verband warnt vor Nachteilen für den Eisenbahnsektor.

Die Interessenvertretung der Güterbahnunternehmen kritisiert die Klage der DB InfraGO gegen einen Beschluss der Bundesnetzagentur (BNetzA) zum Wettbewerb im Fernverkehr. Zuvor hatte bereits DB Fernverkehr gegen die Entscheidung der Regulierungsbehörde geklagt.

Der BNetzA-Beschluss verpflichtet DB InfraGO, in überlasteten Netzabschnitten höchstens 75 Prozent der bisher für den Fernverkehr genutzten Kapazitäten einem einzelnen Unternehmen zuzuweisen. Mindestens 25 Prozent sollen dort Wettbewerbern zur Verfügung stehen. Die Güterbahnen bewerten die Regelung als Möglichkeit, mehr Wettbewerb im Fernverkehr zu schaffen, ohne den Schienengüterverkehr zusätzlich zu belasten.

Oliver Smock, Seniorreferent des Verbands Die Güterbahnen, bezeichnete die Klage der DB InfraGO als nicht hilfreich für den Eisenbahnsektor. Der Verband sieht in dem Vorgehen zudem ein Problem des integrierten DB-Konzerns, da die Infrastrukturtochter damit aus seiner Sicht Interessen der Schwester DB Fernverkehr vertrete. Zudem kritisieren die Güterbahnen, dass Klagen bundeseigener Unternehmen gegen BNetzA-Entscheidungen Ressourcen binden und zu Rechtsunsicherheit führen.

EVN