Auf der InnoTrans in Berlin zeigt Ericsson von diesem Dienstag an Ansätze für den Übergang vom bisherigen GSM-R-System zum 5G-basierten Future Railway Mobile Communication System (FRMCS).
Das Telekommunikationsunternehmen Ericsson stellt auf der InnoTrans einen praxisnahen Weg zur Einführung des künftigen Zugfunkstandards FRMCS vor. Dabei geht es um eine sichere Netzinfrastruktur für kritische Bahnanwendungen sowie um Breitbanddienste für Fahrgäste. Das neue System soll den bisherigen Zugfunkstandard GSM-R (Global System for Mobile Communications – Railway) ablösen.
Wie das Unternehmen mitteilte, verbindet der Messeauftritt Erkenntnisse aus dem europäischen Programm FP2-MORANE-2 mit Erfahrungen aus aktuellen Bahnprojekten. Im Mittelpunkt stehen demnach unter anderem die Bereiche Funknetzplanung, Abdeckungsprüfungen sowie Geräte- und Interoperabilitätstests unter realen Bedingungen.
FRMCS soll als standardisierte 5G-Plattform Anwendungen für Zugsteuerung, Betriebskommunikation und streckenseitige Systeme unterstützen. Nach Angaben von Ericsson sind auch datenintensive Anwendungen wie Automatisierung, betriebliche Videodienste und missionskritische Sprachkommunikation vorgesehen.
Im Rahmen von FP2-MORANE-2 wird derzeit in drei Integrationslaboren die FRMCS-Konnektivität, das Zusammenspiel mit GSM-R sowie die Interoperabilität verschiedener Anbieter geprüft. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für die spätere Einführung von FRMCS im europäischen Bahnsektor bilden.
Bereits im Juli hatte Ericsson gemeinsam mit DB InfraGO ein Ende-zu-Ende-FRMCS-System auf realen Zügen in Deutschland erprobt. Dabei wurde das für den Bahnbetrieb vorgesehene 1900-MHz-Frequenzband genutzt; die Ergebnisse sollen in das europäische Validierungsprogramm einfließen.
Ericsson verweist zudem auf ein wachsendes internationales Interesse an FRMCS. Neben europäischen Vorhaben gebe es entsprechende Initiativen und Projekte unter anderem in Indien und Australien.

EVN
