Hochbahn hat 2025 nahezu eine Milliarde Euro investiert

Vorstandssprecher Lang spricht von der größten “Investitionsoffensive” der Unternehmensgeschichte der Hamburger Hochbahn. Wofür wird das Geld aufgewandt? Wie werden neue Bahnhöfe, Züge und Elektrobusse finanziert?

Der Hamburger U-Bahn- und Busbetreiber Hochbahn hat vergangenes Jahr nahezu eine Milliarde Euro in Infrastruktur und Fahrzeuge investiert. Der neue Hochbahn-Vorstandssprecher Jens-Günter Lang sagte: “Wir setzen aktuell die größte Investitionsoffensive unserer Unternehmensgeschichte um.”

Nachdem die Investitionen schon 2024 ein Rekordniveau erreicht hatten, sind sie vergangenes Jahr abermals gestiegen – und zwar um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 938,5 Millionen Euro, wie die Hochbahn mitteilte.

Wofür hat das städtische Nahverkehrsunternehmen das Geld ausgegeben? Nahezu 80 Prozent der Investitionen flossen in das U-Bahn-Netz. Der Rest war für den Busbetrieb vorgesehen.

Bau neuer U-Bahn-Linie

Ungefähr 320 Millionen Euro wurden vergangenes Jahr in den Bau der neuen U-Bahn-Linie 5 investiert. Nach Senatsangaben handelt es sich um das größte U-Bahn-Projekt in Deutschland. Die U5 soll künftig den östlichen Stadtteil Bramfeld über die Innenstadt mit Osdorf im Westen verbinden und vollautomatisch in einem 90-Sekunden-Takt fahren.

Der Bau des ersten Abschnitts begann im September 2022. Auf einem kleineren Abschnitt soll die U5 probeweise von 2027 an fahren, während an anderen Stellen noch gebaut wird. 2040 soll die U5 auf ganzer Strecke verkehren.

Investitionen in Züge

260 Millionen Euro investierte die Hochbahn in neue Züge. Bestellt wurden 48 Fahrzeuge vom Typ DT6. Die meisten der Züge (DT6-F) sind dafür ausgelegt, von Fahrern bedient zu werden. Diese Züge sind für das bestehende Netz konzipiert. Sieben der bestellten Züge (DT6-A) sollen künftig automatisiert fahren. Sie sind für das neue U5-Netz vorgesehen.

Die Endabnahme der Züge ist zwischen Ende 2029 und Ende 2031 vorgesehen. Erst danach kann die Hochbahn die Züge einsetzen. Lieferant der Fahrzeuge ist der Zughersteller Alstom.

Elektrifizierung der Busflotte

Die Hochbahn arbeitet daran, ihre Busflotte zu elektrifizieren. Das heißt, dass Verbrennerbusse mit Elektrobussen ersetzt und Busbahnhöfe umgebaut werden. Das Unternehmen hält aber offen, eine Verbrenner-Teilflotte für nicht näher beschriebene Katastrophen beizubehalten.

Rund 180 Millionen Euro hat das Unternehmen vergangenes Jahr für das Busangebot aufgewandt, wobei rund 112 Millionen Euro ausgegeben worden sind, um neue Busse zu bezahlen. Rund 430 Hochbahn-Busse fahren bereits mit Strom, was einer Quote von 39 Prozent entspricht.

Die Hochbahn plant, dieses Jahr den ersten Busbetriebshof des Unternehmens einzig für Elektrobusse in Betrieb zu nehmen. Rund 130 Elektro-Busse sollen künftig vom Standort Meiendorf im Hamburger Nordosten aus losfahren. Rund 15 Millionen Euro hat die Hochbahn 2025 in den Neubau investiert.

Stadt muss Hochbahn mitfinanzieren

Wie finanziert die Hochbahn ihre “Investitionsoffensive”? Alleine ist es dem Verkehrsunternehmen nicht möglich, die Investitionen zu stemmen. Der Jahresfehlbeitrag lag bei 316,2 Millionen Euro – und hat sich im Vergleich zu 2024 vergrößert. 2024 hatte der Fehlbeitrag bei 286,6 Millionen Euro gelegen.

Die Hochbahn erklärte das Anwachsen des Jahresfehlbeitrags damit, dass anders als im Vorjahr das Ergebnis des Fährlinienbetreibers Hadag in die Bilanz eingeflossen ist. Die Hadag gehört zur Hochbahn. Ohne diesen Effekt hätte der Fehlbeitrag ungefähr auf dem Niveau von 2024 gelegen.

Die Hochbahn muss von der Stadt Hamburg gestützt werden. Zudem ist das Unternehmen verschuldet. Ende 2024 lag die Verschuldung nach Senatsangaben bei mehr als 1,7 Milliarden Euro. Jüngere Zahlen liegen nicht vor.

Fahrgastzahlen kaum verändert

Die Hochbahn hat im vergangenen Jahr konstante Fahrgastzahlen verzeichnet. 552 Millionen Gäste zählte das Unternehmen im vergangenen Jahr, wie die Hochbahn mitteilte. Der Schienen- und der Busverkehr waren annähernd gleich relevant. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagte, es handle sich um einen Rekord. Die Fahrgastzahlen der Hochbahn beruhen auf Daten sowie auf Berechnungen, etwa werden Streiktage herausgerechnet.

2024 hatte die Hochbahn 551 Millionen Fahrgäste, also ähnlich viele wie vergangenes Jahr, registriert. Die Hochbahn erklärte die Stagnation mit Baumaßnahmen. Wenn Züge nicht fahren können, steigen Bürger schließlich auf das Fahrrad oder das Auto um.

Hohe Pünktlichkeit

Die U-Bahnen und Busse der Hochbahn fuhren vergangenes Jahr meist pünktlich. Das Verkehrsunternehmen gab die Pünktlichkeit der Bahnen mit 98 Prozent und die der Busse mit 94 Prozent an.

Verkehrsunternehmen definieren Pünktlichkeit unterschiedlich. Im Hamburger Verkehrsverbund gelten U-Bahnen als pünktlich, die eine Verspätung von weniger als drei Minuten haben. Busse müssen weniger als fünf Minuten verspätet sein, um als pünktlich zu gelten.

dpa