Luna Rail testet neues Tages- und Nachtzugkonzept im Reisezugwagen

Ein umgebauter Reisezugwagen wird zur Testplattform für neue Kabinensysteme im Bahnverkehr. Luna Rail will darin sein Konzept für flexible Tages- und Nachtzüge erstmals unter realen Bedingungen erproben.

Luna Rail hat den Umbau eines bestehenden Reisezugwagens zu einer Entwicklungs- und Testplattform für neue Kabinensysteme angekündigt. Nach Angaben des Berliner Rail-Tech-Start-ups soll das sogenannte Luna Rail Lab auf der InnoTrans 2026 in Berlin erstmals öffentlich präsentiert werden.

Im Mittelpunkt stehen die Kabinensysteme Hotel Pod und Seat Pod, die für den Einbau in bestehende Reisezugwagen entwickelt wurden. Ziel ist es, Fahrzeuge flexibel sowohl im Tages- als auch im Nachtverkehr einsetzen zu können und ihre Auslastung zu erhöhen.

Hotel Pod und Seat Pod

Der Hotel Pod bietet den Angaben zufolge eine private Kabine mit einer breiten Sitz- und Liegemöglichkeit, mehr Bewegungsfreiheit sowie einem großen Fenster und einem integrierten Multimediasystem. Für Nachtfahrten lässt sich der Sitz in eine Liegefläche umwandeln.

Der Seat Pod ist auf die kombinierte Nutzung als Arbeits- und Ruhebereich ausgelegt. Per Knopfdruck kann der Arbeitsbereich in eine Liegefläche umgewandelt werden. Beide Systeme sollen auf der Fläche herkömmlicher Reisezugwagen mehr Privatsphäre, Komfort und eine hohe Kapazität ermöglichen.

Demonstrationsfahrzeug auf der InnoTrans

Im Luna Rail Lab soll die Integration der Kabinensysteme erstmals in einem realen Fahrzeug demonstriert werden. Besucherinnen und Besucher der Mobilitätsmesse InnoTrans können die Ausstattung vom 22. bis 25. September vor Ort in Berlin besichtigen und ausprobieren.

Nach eigenen Angaben hat Luna Rail mit dem finnischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Reissujuna bereits eine erste Kooperation vereinbart. Das Unternehmen plant neue Tages- und Nachtzugverbindungen in Finnland und will dabei Hotel Pods von Luna Rail einsetzen. Dies soll den ersten kommerziellen Einsatz der Technologie darstellen. Unternehmenschef Anton Dubrau erklärte, das Ziel sei es, Nachtzüge für Reisende attraktiver und zugleich wirtschaftlicher für Betreiber zu machen.

EVN