Großübung mit simuliertem ICE-Brand im Tunnel endet im Fiasko

Bei einer Großübung mit einem simulierten Zugbrand in einem Thüringer Tunnel haben Einsatzkräfte erhebliche Verzögerungen bei der Alarmierung festgestellt. Die ersten Retter erreichten den Übungsort erst mehr als zwei Stunden nach dem Notruf.

Bei einer Großübung mit mehr als 250 Einsatzkräften im 1.320 Meter langen Sandbergtunnel bei Traßdorf im Ilm-Kreis ist ein simulierter Brand eines ICE mit rund 100 Fahrgästen trainiert worden. Nach Berichten von Bild und in Südthüringen sollen die ersten Einsatzkräfte den Tunnel erst zwei Stunden und sieben Minuten nach dem Notruf erreicht haben. Vorgesehen gewesen sei eine Ankunft innerhalb von 10 bis 25 Minuten.

Als mögliche Ursache werden Verzögerungen in der Alarmierungskette genannt: Demnach sei die zuständige Rettungsleitstelle erst rund 30 Minuten nach dem Notruf informiert worden, anschließend habe die Alarmierung umliegender Feuerwehren weitere Zeit in Anspruch genommen.

Ein Feuerwehr-Experte wird mit der Einschätzung zitiert, bei einem realen Ereignis wären nach dieser Zeit vermutlich „längst alle tot“.

Das Thüringer Innenministerium bestätigte laut Bild, dass mehrere für Tunneleinsätze vorgesehene Einheiten deutlich verspätet eingetroffen seien. Die genauen Ursachen sollen nun untersucht werden. Auch Warnmeldungen über die Apps NINA und Katwarn hätten während der Übung nach Angaben der Verantwortlichen nicht alle vorgesehenen Nutzer erreicht.

EVN