Nach einem zweiten Austausch mit einer Bürgerinitiative setzen HAVAG und Stadler die Optimierung der TINA-Straßenbahnen in Halle (Saale) fort. Erste technische Anpassungen zeigen messbare Verbesserungen. Weitere Lösungen sollen unter realen Betriebsbedingungen getestet werden.
Die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) und Stadler wollen die technischen und betrieblichen Optimierungen der TINA-Straßenbahnen in Halle (Saale) weiter vorantreiben. Im Mittelpunkt stehen weiterhin von Anwohnern wahrgenommene Erschütterungen und Vibrationen. Nach Angaben beider Unternehmen wurden beim zweiten Bürgerdialog am 10. September bereits umgesetzte Maßnahmen und weitere Entwicklungsschritte vorgestellt. Die Fahrzeuge hätten sich im bisherigen Betrieb insgesamt als zuverlässig erwiesen; Fahrgäste bewerteten insbesondere die Barrierefreiheit und die Klimaanlagen positiv.
Eine erprobte weichere Radvariante habe die Vibrationen bei Messungen um mindestens fünf bis zehn Prozent reduziert, wie der Hersteller mitteilte. Der entsprechend umgebaute Wagen 857 wurde nach erfolgreicher Erprobung am 7. September für den Linienbetrieb freigegeben und soll nun weitere Betriebserfahrungen sammeln.
Stadler entwickelt zudem eine nochmals weichere Radvariante sowie einen sogenannten Tilger. Dieser soll Schwingungsanregungen zwischen Rad und Schiene aufnehmen und deren Übertragung auf das Gesamtsystem verringern. Beide Lösungen sollen vor einem möglichen regulären Einsatz unter realen Bedingungen in Halle getestet und auf Wirksamkeit, Betriebssicherheit und Zulassung geprüft werden.
Auch technikbedingte Geräusche, etwa durch Klimaanlagen, wurden nach Angaben der Unternehmen bereits reduziert. Die HAVAG hat außerdem an fünf Infrastrukturpunkten vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt und setzt ihr Schienenschleiffahrzeug bedarfsorientiert ein.
Darüber hinaus erfolgen Wartungs-, Schweiß-, Schleif- und Instandsetzungsarbeiten an Schienen, Weichen und Gleisdreiecken. Weitere Arbeiten, unter anderem in der Großen Brunnenstraße, befinden sich in Vorbereitung.
Die technische Weiterentwicklung der Fahrzeuge ist auf schrittweise Verbesserungen über etwa zwei Jahre ausgelegt. HAVAG und Stadler wollen Messdaten, Betriebserfahrungen und Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft weiterhin auswerten und den Dialog mit der Bürgerinitiative fortsetzen.

EVN
