Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 3.047 gefährliche Ereignisse im deutschen Schienennetz. Neben fast 830 Personenunfällen wurden auch mehr als 520 Kollisionen und knapp 200 Entgleisungen registriert.
Im Berichtsjahr 2025 wurden der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) insgesamt 3.047 gefährliche Ereignisse gemeldet, wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Behörde hervorgeht. Diese Gesamtzahl untergliedert sich laut der behördlichen Auswertung in 1.775 Unfälle und 1.272 Störungen im Schienenverkehr.
Bei den gemeldeten Unfällen bildeten Personenunfälle mit 828 Fällen den größten Einzelposten, gefolgt von 523 Kollisionen und 199 Entgleisungen. Zudem registrierte die Untersuchungskommission 180 Bahnübergangsunfälle sowie 38 Fahrzeugbrände.
Die BEU leitete im Berichtszeitraum zu sieben schwerwiegenden Ereignissen neue Untersuchungen ein. Gleichzeitig konnten demnach 17 bereits laufende Untersuchungsverfahren aus den Vorjahren mit entsprechenden Berichten abgeschlossen werden.
Untersuchungen zu den folgenschwersten Unfällen 2025
Zugentgleisung nach Murenabgang nahe Riedlingen
Der folgenschwerste Schienenunfall des Jahres ereignete sich am 27. Juli 2025 auf der Strecke zwischen Riedlingen und Rechtenstein. Gegen 18:08 Uhr prallte der Personenzug RE 3227 auf der Fahrt von Sigmaringen nach Ulm bei Riedlingen-Zell in die Geröllmassen einer Hangmure und entgleiste. Das führende Fahrzeug glitt den Hang hinauf und wurde durch eine nachfolgende Kollision mit Bäumen völlig zerstört. Bei der Katastrophe kamen drei Menschen ums Leben, fünf Personen wurden schwer und 31 leicht verletzt. Der entstandene Sachschaden an Fahrzeugen sowie der Schieneninfrastruktur beläuft sich nach behördlichen Angaben auf rund zehn Millionen Euro.
ICE prallt bei Hamburg-Harburg auf beladenen Lkw
Ein weiterer schwerer Unfall mit hohem Sachschaden trug sich am 11. Februar 2025 auf dem Streckenabschnitt zwischen dem Bahnhof Hamburg-Harburg und dem Haltepunkt Hittfeld zu. Um 14:06 Uhr stieß der ICE 613, der von Kiel nach München unterwegs war, auf einem Bahnübergang mit einem mit Schienen beladenen Sattelzug zusammen. Bei der Kollision wurde ein Reisender getötet, ein weiterer Passagier erlitt schwere Verletzungen, und 23 Personen wurden leicht verletzt. Die Schäden an Fahrzeugen und Infrastruktur werden auf geschätzte 11,52 Millionen Euro beziffert.
Tödlicher Zusammenstoß auf Bahnübergang bei Bremen
Ebenfalls ein Menschenleben forderte ein schwerer Bahnübergangsunfall am 26. August 2025 im Bereich Bremen. Gegen 07:29 Uhr erfasste der Personenzug DPN 83205 auf der Fahrt von Bremerhaven-Lehe nach Twistringen zwischen dem Bahnhof Bremen-Burg und dem Haltepunkt Bremen-Oslebshausen einen Pkw. Für den Autofahrer kam jede Hilfe zu spät, er erlitt bei der Kollision tödliche Verletzungen. Zudem wurden zwei Personen leicht verletzt. Am beteiligten Zug sowie an der Infrastruktur entstand erheblicher Sachschaden.
Zugentgleisung im Bahnhof Emmerich
Am 19. September 2025 entgleiste der Güterzug 47744 auf seiner Fahrt von Duisburg nach Rotterdam gegen 08:10 Uhr bei der Überfahrt von Weiche 32W49 im Bahnhof Emmerich mit vier Wagen. Bei dem Unfall kamen keine Personen zu Schaden, es entstand jedoch Sachschaden an den Eisenbahnfahrzeugen sowie der Infrastruktur.
Zugentgleisung im Bahnhof Nordstemmen
Der Güterzug GAG 47927 von Hamburg-Waltershof Hansaport nach Linz entgleiste am 23. Dezember 2025 gegen 11:40 Uhr im Bahnhof Nordstemmen mit dem ersten Radsatz des 35. Wagens. Infolge der Entgleisung beschädigte aufgewirbelter Schotter das Triebfahrzeug eines entgegenkommenden Güterzuges (DGS 69112). Bei dem Unfall wurden beide Lokführer leicht verletzt. Es entstanden erhebliche Schäden am Oberbau, den Fahrzeugen sowie der Leit- und Sicherungstechnik.
Sicherheitsempfehlungen und Positivbeispiel
Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) informierte mit Stand Juli 2026 über den Umsetzungsstand der ausgesprochenen Sicherheitsempfehlungen. Den Angaben zufolge befanden sich zahlreiche Sicherheitsverfahren und Risikoanalysen nach Unfällen weiterhin in der Bearbeitung durch die Eisenbahnunternehmen.
Ein Positivbeispiel beim Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) DB InfraGO hob die Behörde hervor. Demnach hatte das Unternehmen Schienenprüfzüge mit Kameras und künstlicher Intelligenz ausgestattet, um Gleisfehler automatisiert zu erfassen. „Die Fachabteilungen des EIU überprüfen weiter auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse Ansätze für technische Lösungen“, hieß es unter anderem im Bericht zu den laufenden Sicherheitsinitiativen. Die BEU betonte schließlich, dass die Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen im Eisenbahnbetrieb kontinuierlich weiterentwickelt werden müssten.

EVN
