Siemens Mobility testet Signaling X erstmals im deutschen Nahverkehr

Eine softwarebasierte Signaltechnik soll die Digitalisierung im städtischen Schienenverkehr voranbringen. Siemens Mobility und die Rostocker Straßenbahn AG haben dafür einen Probebetrieb von Signaling X auf der Tunnelstrecke unter dem Rostocker Hauptbahnhof gestartet.

Siemens Mobility und die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) erproben die Plattform Signaling X erstmals im städtischen Schienennahverkehr in Deutschland. Wie der Bahntechnikhersteller mitteilte, wurde für die Tunnelstrecke unter dem Rostocker Hauptbahnhof ein softwaredefiniertes Stellwerk auf Basis der Sicherheitsplattform DS3 und standardisierter IT-Hardware eingerichtet. Die Strecke wird von den Tram-Linien 2, 3, 5 und 6 genutzt.

Signaling X trennt die sicherheitskritische Stellwerkssoftware von proprietären Spezialkomponenten und ermöglicht deren Betrieb auf Standard-IT. Dadurch sollen Modernisierung, Wartung und Ersatzteilmanagement von Bahninfrastruktur vereinfacht werden. Technische Grundlage ist die Sicherheitsplattform DS3, die laut Siemens eine hochverfügbare und redundante Umgebung für sicherheitskritische Anwendungen bietet. Den Angaben zufolge erfüllt die Plattform die Anforderungen gemäß CENELEC SIL 4.

Dem Probebetrieb in Rostock waren Tests im Singapore Rail Test Center vorausgegangen. Mit dem Einsatz im regulären städtischen Umfeld soll die praktische Anwendung der Architektur unter realen Betriebsbedingungen erprobt werden.

Siemens Mobility sieht Signaling X als Grundlage für eine neue Generation digitaler Stellwerke. Die Technologie soll es Betreibern ermöglichen, Infrastruktur unabhängiger von spezifischen Hardware-Lebenszyklen zu modernisieren und zu skalieren. Auch Anforderungen an die Cybersicherheit beim Betrieb kritischer Infrastruktur sollen bei der Erprobung berücksichtigt werden.

EVN