Die Bundesregierung verstärkt die Förderung des Einzelwagenverkehrs um bis zu 84 Millionen Euro. Damit stehen im Jahr 2026 insgesamt bis zu 384 Millionen Euro zur Unterstützung des Schienengüterverkehrs zur Verfügung.
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Das Bundesverkehrsministerium hat gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium die Förderrichtlinie für den Einzelwagenverkehr um bis zu 84 Millionen Euro aufgestockt. Damit stehen demnach für das laufende Jahr insgesamt bis zu 384 Millionen Euro Fördermittel für den Einzelwagenverkehr zur Verfügung. Das teilte das Ministerium am Freitag mit. Die zusätzlichen Mittel sollen Eisenbahnverkehrsunternehmen finanziell entlasten und Anreize schaffen, den Einzelwagenverkehr in der Fläche zu sichern und weitere Gütertransporte auf die Schiene zu verlagern.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) erklärte, die Förderung sei eine wichtige Säule für einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr. Er habe sich daher mit Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) darauf verständigt, die Mittel noch in diesem Jahr durch die Nutzung sogenannter Ausgabenreste bereitzustellen. Die Förderung ist wettbewerbsorientiert ausgestaltet und steht Unternehmen des Schienengüterverkehrs sowohl auf dem bundeseigenen als auch auf dem nicht bundeseigenen Schienennetz offen.
Der Einzelwagenverkehr ermöglicht den Angaben zufolge auch den Transport kleinerer Gütermengen auf der Schiene und bindet Unternehmen in der Fläche an das Schienennetz an. Aufgrund des hohen Aufwands und der Kosten soll die Förderung gezielt die Wirtschaft und einen klimafreundlichen Güterverkehr unterstützen. Das Ministerium kündigte an, die weiteren Umsetzungsschritte zügig einzuleiten, damit die zusätzlichen Mittel am Markt ankommen.
Bei der Güterverkehrsart werden einzelne Waggons bei Industriekunden abgeholt und an Rangierbahnhöfen zu langen Zügen zusammengestellt. Am Ziel werden sie dann wieder auseinandergenommen. Der Einzelwagenverkehr hat laut Ministerium einen Anteil von rund 18 Prozent am Schienengüterverkehr. Er erfüllt Grund- und Netzwerkfunktionen und bedient mehr als 2000 Güterverkehrsstellen in der Fläche. Besonders relevant ist er demnach unter anderem für die Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie.
Verband: Geplante Kürzungen 2027 zurücknehmen
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, sprach von einem wichtigen Signal an die Güterbahnen in Deutschland und die verladende Industrie. „Nach dem Niedrigwasser im Rhein stärkt die Bundesregierung zum richtigen Zeitpunkt den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte er. „Für das nächste Jahr brauchen wir ein ähnliches Signal: Der Bundestag ist nun gefordert, die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen bei der Förderung des Einzelwagenverkehrs für das Haushaltsjahr 2027 in Höhe von 26 Millionen Euro rückgängig zu machen und den Betrag auf eine ähnliche Größenordnung aufzustocken.“

EVN / dpa
