Bau der 2. Stammstrecke: Name für Münchens erste Tunnelbohrmaschine steht fest

Die Entscheidung ist gefallen: Die erste Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke in München heißt „Donna Maria“. Ab September soll der 700-Tonnen-Bohrer einen rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen unter der Stadt herstellen.

Die erste Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke in München heißt „Donna Maria“. Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. Bei einem öffentlichen Online-Voting erhielt der Name rund 59 Prozent der Stimmen und setzte sich gegen „Martha“ mit 28 Prozent und „Anna“ mit 13 Prozent durch. Nach Angaben der Bahn waren zuvor mehr als 1.000 Namensvorschläge eingereicht worden, rund 2.300 Menschen beteiligten sich an der Abstimmung.

Der Name verbindet den Startpunkt an der Donnersbergerbrücke mit dem Ziel am Marienhof. Vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten „Donna Maria“ unabhängig voneinander vorgeschlagen. Zugleich verweist der Name laut einer Einreichung auf München als „nördlichste Stadt Italiens“ und auf Maria als Schutzpatronin Bayerns. Jörg Müller, Leiter Technik bei der 2. Stammstrecke, erklärte, die Beteiligung zeige, wie aufmerksam die Menschen den Bau des Großprojekts verfolgten.

Die Tunnelbohrmaschine ist rund 178 Meter lang, etwa 700 Tonnen schwer und hat einen Bohrkopfdurchmesser von rund fünf Metern. Sie wird derzeit am Tunnelportal West aufgebaut und soll ab dem 17. September den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof auffahren. Dieser entsteht zwischen den beiden künftigen S-Bahn-Tunnelröhren und dient später als Rettungsweg.

Bis zu acht Menschen werden direkt an Bord der Maschine arbeiten. Um Setzungen an der Oberfläche im dicht bebauten Stadtgebiet zu minimieren, mischt „Donna Maria“ im Bohrkopf das Erdreich mit einer Stützflüssigkeit. Während des Vortriebs setzt sie direkt hinter dem Bohrkopf aus tonnenschweren Betonsegmenten Ring für Ring die fertige Tunnelröhre zusammen.

Für die 2. Stammstrecke sollen insgesamt sechs Tunnelbohrmaschinen eingesetzt werden, die ebenfalls Namen erhalten sollen. Vorgesehen sind sechs Tunnelröhren: je zwei Verkehrstunnel aus Westen und Osten in Richtung Innenstadt sowie zwei Erkundungs- und Rettungstunnel. Der Vortrieb für den ersten Verkehrstunnel soll nach aktuellem Stand 2028 beginnen.

EVN