GDL-Chef begrüßt Reformpläne für mehr Wettbewerb im Bahn-Fernverkehr

Die GDL unterstützt die Pläne der Bundesnetzagentur zur stärkeren Öffnung des Fernverkehrsmarktes. Mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte mehr Wettbewerb nach Ansicht der Gewerkschaft auch die Qualität und Kundenorientierung verbessern.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich grundsätzlich positiv zu den Reformplänen der Bundesnetzagentur bei der Vergabe von Trassen für Fernzuganbieter geäußert. Nach dem Beschlussentwurf sollen auf stark ausgelasteten Strecken künftig 25 bis 40 Prozent der verfügbaren Trassen auch an Wettbewerber vergeben werden. Die GDL erklärte dazu, ein stärkerer Wettbewerb im Schienenfernverkehr könne unter geeigneten Rahmenbedingungen positive Effekte auf Qualität, Kundenorientierung und Preisentwicklung haben.

Zugleich kritisierte die Gewerkschaft die Bahn-Tochter DB Fernverkehr, die diese Aspekte nach eigener Einschätzung über Jahre vernachlässigt habe. Andere Bahnunternehmen hätten sich im Fern- und Nahverkehr bereits als ernstzunehmende Alternativen etabliert.

GDL teilt “alarmistische Haltung” nicht

Die “alarmistische Haltung mancher Verbände, Gewerkschaften und der Deutschen Bahn selbst” teile die GDL nicht, betonte der Bundesvorsitzende der Lokführergewerkschaft, Mario Reiß. Und weiter: “Etwaige Befürchtungen, durch eine Vergabe lukrativer Strecken an Konkurrenten würde die Anbindung der Fläche gefährdet, lassen sich durch eine durchdachte Vergabepraxis von vornherein entkräften.” Eine intelligente Vergabepraxis fördere die wirkliche Gleichbehandlung der Eisenbahnverkehrsunternehmen und sollte das Ziel verfolgen, am Ende mehr Angebot auch für den Fernverkehr auf die Schiene zu bringen, so der GDL-Chef.

Der Fernverkehr wird derzeit zu 95 Prozent von der Deutschen Bahn dominiert. Der größte Wettbewerber ist bislang das Münchner Unternehmen Flix mit seinen grünen Zügen. Neu hinzukommen will ab 2028 das italienische Unternehmen Italo. Die Bundesnetzagentur will nun erreichen, dass diese Konkurrenten mehr Platz auf den überlasteten Strecken bekommen. Eine endgültige Entscheidung über die neuen Vergaberegeln steht noch aus.

EVN