Mit Sonderzügen nach Wiesbaden endet die Ära des Intercity 1. Moderne ICE- und Intercity-2-Züge übernehmen die Verbindungen. Der Wagenklassiker prägte über Jahrzehnte den Fernverkehr in Deutschland.
Der Intercity 1 wird an diesem Samstag offiziell aus dem Fernverkehr verabschiedet. Das teilte die Deutsche Bahn (DB) anlässlich einer Sternfahrt von Hamburg und München aus nach Wiesbaden mit. Nach Jahrzehnten im Einsatz wurden die klassischen Reisezugwagen inzwischen flächendeckend durch moderne ICE- oder Intercity-2-Züge ersetzt.
Zum Abschied fahren noch einmal Intercity-Züge, gebildet aus Wagen des Intercity 1, von Hamburg und München in die hessische Landeshauptstadt. In Wiesbaden ist eine Fahrzeugausstellung mit Wagen und Lokomotiven aus 55 Jahren Intercity-Geschichte geplant. Gezeigt werden unter anderem Wagen aus den Anfangsjahren sowie eine Lokomotive der Baureihe 103, die lange Zeit als Symbol des IC-Verkehrs galt.
Der Intercity 1 gilt als prägend für den schnellen, vertakteten Bahnverkehr in Deutschland. Mit ihm wurden nach DB-Angaben Standards wie feste Abfahrtszeiten im Stundentakt, Bordrestaurants in der Mitte des Zuges zwischen den Wagenklassen und Korrespondenzanschlüsse am selben Bahnsteig eingeführt. Zuletzt waren die älteren Wagen nur noch auf wenigen Strecken unterwegs, darunter auf touristischen Verbindungen nach Sylt und ins Allgäu.
Die Deutsche Bahn verweist zugleich auf die Modernisierung ihrer Fernverkehrsflotte. Die ICE-Flotte umfasst demnach rund 400 Züge, von denen etwa die Hälfte jünger als zehn Jahre ist. In diesem Jahr sollen 16 ICE 3neo und neun ICE L hinzukommen – im Schnitt also zwei neue ICE pro Monat. Außerdem setzt die Bahn 70 Intercity-2-Doppelstockzüge ein, die auch kleineren Städten in der Fläche eine Anbindung bieten sollen.

EVN
