Mehr Fahrplankilometer in Bayern – Bus und Bahn öfter unterwegs

Nicht nur in Zeiten hoher Spritpreise sind ÖPNV-Angebote für die Menschen in Bayern immer wichtiger. Neueste Zahlen zeigen nun, wie sich das Fahrtenangebot entwickelt hat.

Bayernweit haben die Fahrpläne von Bussen und Bahnen im vergangenen Jahr Fahrten von insgesamt 682 Millionen Kilometern umfasst. Das entspricht einem Plus von rund 19 Millionen Kilometern im Vergleich zu 2024. „Das ÖPNV-Angebot in Bayern entwickelt sich trotz vieler Herausforderungen weiterhin insgesamt positiv. Die Fahrplankilometer sind 2025 gegenüber dem Vorjahr bayernweit um 3,0 Prozent gestiegen – also mehr Bus- und Bahn-Verbindungen für die Menschen in Bayern“, sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) in München.

Zahlen abseits der Ballungszentren steigen besonders stark

Während das Angebot in den Metropolen laut aktuellem Monitoring mit rund 133 Millionen Kilometern weitgehend auf dem bisherigen Niveau gehalten wurde (2024: 132 Millionen), hat sich die Versorgung im ländlichen Raum sowie im Umfeld der Zentren deutlich verbessert, so Bernreiter. Konkret stiegen die Fahrplankilometer im sogenannten Verdichtungsraum – den Regionen um die städtischen Zentren herum – um 1,9 Prozent auf nunmehr 164 Millionen Kilometer. Im ländlichen Raum gab es sogar ein Plus von 4,8 Prozent auf 358 Millionen Kilometer. Bernreiter betonte: „Das ist eine echte Erfolgsgeschichte.“

Unter Fahrplankilometern versteht man die laut Fahrplan vorgesehene Fahrleistung eines öffentlichen Verkehrsmittels. Die Kennzahl macht jedoch keine Aussage darüber, wie viele Fahrgäste mitgefahren sind oder wie hoch die Auslastung der Fahrzeuge war. Kritiker bemängeln daher, dass eine reine Messung nach Fahrplankilometern ländliche Regionen benachteilige.

Abseits der Metropolen gibt es den Angaben zufolge immer häufiger flexible ÖPNV-Angebote. Im ländlichen Raum sind bereits 38,4 Prozent des ÖPNV auf der Straße bedarfsgesteuert – darunter fallen Angebote auf Abruf wie Rufbusse oder Anrufsammeltaxis.

ÖPNV-Nachfrage wieder über Vor-Corona-Niveau

Die ÖPNV-Nachfrage hat sich insgesamt sehr positiv entwickelt und liegt wieder deutlich über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie. Im Jahr 2024 überstieg die Nachfrage das Niveau von 2019 um elf Prozent. Besonders stark war die Entwicklung auf der Schiene: Dort lag die Nachfrage 2024 bereits 23,8 Prozent über dem Stand von 2019 und stieg gegenüber 2023 um 16,9 Prozent. Wesentliche Gründe für diese Entwicklung sind das Deutschlandticket sowie gezielte Angebotsverbesserungen im Schienenpersonennahverkehr.

EVN / dpa