MVV erhöht Fahrpreise teilweise deutlich – Pro Bahn: Belastung für Fahrgäste

Zum Jahreswechsel steigen die Preise im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund im Schnitt um 4,9 Prozent. Gleichzeitig wird das Tarifangebot deutlich reduziert und das Verbundgebiet um Kaufbeuren und den Landkreis Ostallgäu erweitert.

Die Gesellschafter des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) haben am Freitag eine durchschnittliche Fahrpreiserhöhung von 4,9 Prozent zum 1. Januar 2027 beschlossen. Wie der MVV mitteilte, bleiben stark nachgefragte Angebote wie die Kurzstrecke, die Einzelfahrkarte für die Zone M und die Kindertageskarte preislich unverändert. Beim Sozialticket entfällt künftig die Sperrzeit für den Ticketinhaber.

Mit der Tarifreform wird das Sortiment nach Angaben des MVV deutlich verschlankt; mehr als ein Viertel der bisherigen Ticketarten entfällt. Unter anderem werden die Monatskarte 9 Uhr und das Anschlussticket für Zeitkarten gestrichen, während der bisherige Ausbildungstarif zum Jugend- und Ausbildungstarif weiterentwickelt wird.

Zum Jahresbeginn 2027 kommen die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu zum MVV-Verbundgebiet hinzu. Gleichzeitig gilt künftig eine Preiskappung: Für Fahrten, die über die Zonen M-12 bzw. 14 hinausgehen, wird maximal der Preis für die Zonen M-12 berechnet.

Für einzelne Tickets steigen die Preise unterschiedlich stark. So kostet die Single-Tageskarte für die Zone M künftig 10,80 Euro, während die klassische Streifenkarte von 18,70 auf 21,00 Euro steigt; die digitale Variante kostet 19,50 Euro.

Die Monatskarten werden durchschnittlich um 4,8 Prozent teurer. Eine Monatskarte für die Zone M beziehungsweise zwei Zonen kostet künftig 74,80 Euro statt bisher 71,40 Euro.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Preiserhöhung und fordert im Gegenzug einen Ausbau des Angebots sowie Verbesserungen bei der S-Bahn. Sprecher Andreas Frank bezeichnete die Tarifentscheidung als Belastung für Fahrgäste und bemängelte zugleich die aus seiner Sicht intransparente Entscheidungsfindung.

EVN