Bis zu 102 Prozent mehr für bestimmte Transporte: Der Branchenverband VDV warnt vor drastischen Preissteigerungen im Schienengüterverkehr ab 2028. Er sieht Bund und Politik in der Pflicht, kurzfristig gegenzusteuern.
Deutlich steigende Trassenpreise könnten den Schienengüterverkehr in Deutschland ab 2028 erheblich belasten. Der Chef des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, warnt in einer Mitteilung vor teils existenzbedrohenden Folgen, sollte die Bundesnetzagentur dem Antrag der DB InfraGO auf höhere Trassenpreise zustimmen.
Nach den vom VDV angeführten Zahlen könnten die Trassenpreise für den Transport von Schwer- und Gefahrgut gegenüber 2026 um 84,5 beziehungsweise 102 Prozent steigen. Der Verband sieht dadurch zahlreiche Schienengütertransporte gefährdet und verweist auf mögliche Folgen für Branchen wie Stahl, Chemie und Bauwirtschaft, für die es bei bestimmten Transporten kaum Alternativen gebe.
Die Verantwortung für den Antrag sieht der VDV nicht bei der DB InfraGO, sondern beim Bund und der aus seiner Sicht bislang ausstehenden grundlegenden Reform des Trassenpreissystems. Verbandsgeschäftsführer Wolff fordert, kurzfristige Preissteigerungen durch entsprechende Bundesförderung auszugleichen. Auch der Bundestag sei im Rahmen der Haushaltsberatungen gefordert.

EVN
