Volle Schienen, knappe Kapazitäten und Konkurrenz um Trassen: Der Bundesverband SchienenNahverkehr sieht den Regionalverkehr unter Druck. Mit fünf Forderungen an die Politik will der Verband bestehende Angebote langfristig sichern und die Planung des Bahnverkehrs verlässlicher machen.
Wie lässt sich der Nahverkehr auf der Schiene angesichts knapper Streckenkapazitäten und zunehmenden Wettbewerbs langfristig sichern? Der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) hat dazu am Donnerstag bei einem Parlamentarischen Frühstück mit Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, wie aus einer Mitteilung des Verbands hervorgeht.
Der Plan sieht vor, den Deutschlandtakt als langfristige Perspektive beizubehalten und entsprechende Infrastrukturprojekte umzusetzen. Zudem soll ein unabhängiger Gutachter einen Verkehrsartenmix für überlastete Strecken festlegen, damit die verschiedenen Verkehrsarten ausreichende Trassenkapazitäten erhalten. Weitere Forderungen betreffen Investitionen in längere Bahnsteige für längere Züge, die Verankerung des Deutschlandtakts und integrierter Taktfahrpläne in den strategischen Leitlinien zur EU-Kapazitätsverordnung sowie einen stärkeren regulatorischen Schutz des Schienenpersonennahverkehrs.
BSN-Präsident Peter Panitz verwies auf die Bedeutung des Nahverkehrs für die Daseinsvorsorge und die Mobilität von jährlich mehr als 2,75 Milliarden Fahrgästen. Geschäftsführer Jan Görnemann kritisierte, dass das bei der Trassenvergabe angewandte Höchstpreisverfahren den Nahverkehr gegenüber langlaufenden Fernverkehrsangeboten benachteiligen könne. Der Verband fordert deshalb gesetzliche Anpassungen, eine Regulierung des Wettbewerbs und eine stärkere finanzielle Förderung des Nahverkehrs.

EVN
