Nach einem Brand und jahrzehntelangem Leerstand schien der Bahnhof Seifhennersdorf dem Verfall preisgegeben. Jetzt bekommt das denkmalgeschützte Gebäude eine Nothilfe.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) gewährt für den Bahnhof Seifhennersdorf eine Nothilfe von 50.000 Euro. Damit soll die Dacheindeckung des Bahnhofsgebäudes gesichert werden. Es stammt aus den 1870er Jahren und wurde 1910 mit einem Anbau versehen. In den Hochzeiten der Textilindustrie reisten hier täglich rund 4.000 Arbeiter an und ab, teilte die DSD mit. Noch bis in die 1990er Jahre gab es Zugverkehr in Richtung Zittau und in Richtung Eibau.
Leerstehendes Bahnhofsgebäude verfiel zusehends
Nach der Wende wurde der Bahnhof an private Investoren verkauft, die weder Instandhaltungen vornahmen noch Verkehrssicherungspflichten nachkamen, hieß es. „In den 20 Jahren Leerstand nahm das Gebäude zunehmend Schaden aufgrund von Vandalismus. Im Sommer 2023 wurde dieser Schaden durch Brandstiftung im Mittelteil des Bahnhofes größer. Eine Notsicherung wurde nicht vorgenommen.“ Deshalb habe zuletzt dringender Handlungsbedarf bestanden, um den endgültigen Verfall des Gebäudes zu verhindern.
Bürgerinitiative will Bahnhofsgebäude retten
Das marode Bahnhofsgebäude kann auch auf bürgerschaftliches Engagement bauen. Die Bürgerinitiative Bahnhof Seifhennersdorf will die Rettung, Sanierung und Wiederbelebung des historischen Bahnhofes ermöglichen und ein lebendiges, soziales Zentrum schaffen.
DSD hat bisher schon mehr als 880 Denkmale in Sachsen gefördert
Nach Angaben der Stiftung gehört der Bahnhof Seifhennersdorf zu den mehr als 880 Denkmälern, die die DSD dank privater Spenden, Treuhandstiftungen sowie Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen fördern konnte.

dpa
