Mehr Tempo bei der Infrastruktur fordert Unternehmer Martin Herrenknecht vom neuen Verkehrsminister Steffen Bilger. Er hält den Ministerwechsel für eine Chance, den Projektstau aufzulösen, und verlangt unter anderem Rückendeckung für Bahnchefin Evelyn Palla.
Der Unternehmer Martin Herrenknecht unterstützt die Auswechslung des Verkehrsministers. „Patrik Schnieder war eine zu schwache Besetzung für dieses für die Zukunft des Landes extrem wichtige Ministerium“, sagte Herrenknecht dem Handelsblatt. Es passiere zu wenig, obwohl das Geld für Projekte durch das Sondervermögen da sei. Der Ausbau der Infrastruktur sei die einzige Möglichkeit, schnell aus der konjunkturellen und strukturellen Krise zu kommen.
Herrenknecht mahnte den neuen Verkehrsminister Steffen Bilger an, Bahnchefin Evelyn Palla bei ihrer gewaltigen Aufgabe „volle Rückendeckung“ zu geben. Deutschland brauche einen Umsetzungssprint. Dazu gehöre auch, dass der neue Verkehrsminister privat mitfinanzierte Projekte ankurbeln müsse, um Tempo aufzunehmen und den Projektstau zu lösen. Palla empfiehlt er, gegen den Infarkt auf der Schiene Bypässe – parallele Hochgeschwindigkeitsstrecken – zu priorisieren.
Der Familienunternehmer befürwortet eine Olympia-Bewerbung für 2036. Eine Olympiade schaffe den sportlichen Anreiz, Infrastrukturprojekte viel schneller als sonst auf den Punkt durchzuziehen, sagte Herrenknecht. Diesen Impuls hätte Deutschland bitter nötig.
Fundamentale Kritik übt Herrenknecht an Großprojekten wie dem Anschluss an den Brennertunnel in Bayern. Deutschland breche durch die jahrelangen Verzögerungen Staatsverträge, blamiere sich bei den Nachbarn und lähme die eigene Wirtschaft. „Deutschland plant sich noch zu Tode“, sagte Herrenknecht.

dts Nachrichtenagentur / EVN
