Eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe zeigt große regionale Unterschiede bei der Entwicklung des ÖPNV in Sachsen-Anhalt. Während einzelne Landkreise ihr Angebot seit 2019 ausgebaut haben, ist es andernorts zurückgegangen.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt seit 2019 untersucht und dabei deutliche regionale Unterschiede festgestellt. Ein flächendeckender Ausbau des Angebots sei demnach nicht erkennbar.
Wie die Organisation mitteilte, stieg die tatsächlich erbrachte Verkehrsleistung im Saalekreis bis 2025 um rund 17 Prozent gegenüber 2019, im Altmarkkreis Salzwedel um rund 16 Prozent. Im Burgenlandkreis ging sie dagegen um rund 16 Prozent zurück, im Landkreis Stendal um 6 Prozent.
Auch in Mansfeld-Südharz und im Jerichower Land sank das Angebot um rund 5 beziehungsweise 3 Prozent. Im Landkreis Börde blieb es nahezu unverändert. Unter den kreisfreien Städten verzeichnete Halle ein Plus von rund 2 Prozent, während Magdeburg um rund 2 Prozent zurückging und Dessau-Roßlau weitgehend auf dem Niveau von 2019 blieb.
Nach Angaben der DUH wurden in mehreren Landkreisen seit 2019 Rufbusse und andere On-Demand-Angebote ausgebaut. Teilweise sei dies mit Kürzungen beim klassischen Linienverkehr verbunden gewesen.
Handlungsbedarf sieht die Umweltorganisation auch beim Schienenpersonennahverkehr. Das vom Land bestellte Angebot stieg zwischen 2019 und 2025 zwar um rund 10 Prozent, gleichzeitig erhöhte sich der Anteil ausgefallener Zugkilometer von rund 3 auf etwa 7,5 Prozent.
Die DUH fordert deshalb einen bundesweiten Modernisierungspakt mit verbindlichen Ausbauzielen und langfristig gesicherter Finanzierung. Zudem verlangt sie eine Mobilitätsgarantie, nach der Orte ab 200 Einwohnern zwischen 6 und 22 Uhr mindestens im Stundentakt an Mittel- oder Oberzentren angebunden werden sollen.
Für eine bessere Bezahlbarkeit des Nahverkehrs spricht sich die DUH außerdem für ein bundesweit gültiges Deutschlandticket für 29 Euro für mindestens zwölf Monate und anschließend für einen dauerhaft maximal 49 Euro teuren Fahrschein aus.

EVN
