Mehr als 625 Millionen Euro sollten bis Ende 2028 verbaut werden – jetzt verschiebt die Bahn einen Teil der Arbeiten. Grund dafür ist ein weiteres Bauprojekt.
Die Bahn verschiebt geplante Modernisierungsarbeiten auf der Bahnstrecke Halle–Kassel um rund ein Jahr. Grund sind nach Angaben einer Sprecherin Verzögerungen bei der umfangreichen Sanierung des Streckenabschnitts Hannover–Berlin über Stendal. Weil für die Modernisierung dieses Abschnitts ab Januar 2027 entgegen ursprünglicher Planung auch Güterzüge weiträumig über den Abschnitt Halle–Eichenberg umgeleitet werden, verschieben sich nun die dort bislang für Sommer 2027 geplanten Arbeiten.
Konkret verzögere sich die Erneuerung von Stellwerkstechnik zwischen Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen, sagte eine Sprecherin. Die Strecke bleibe grundsätzlich frei und befahrbar. Weiter wie geplant umgesetzt würden zudem Maßnahmen, die die Befahrbarkeit der Strecke nicht beeinträchtigen – etwa der Umbau des Bahnhofs Lutherstadt Eisleben oder das Aufstellen sogenannter Modulgebäude, die Technik für elektronische Stellwerke beinhalten. Die baufreie Zeit solle zudem genutzt werden, um die Planungen für die ebenfalls künftig geplante „Neugestaltung von Verkehrsstationen“ sowie Anpassungen an den Bahnsteigen auf dem Streckenabschnitt voranzutreiben.
Die Bahnstrecke Halle–Kassel wird seit 2024 umfassend modernisiert. Ursprünglich sollten bis Ende 2028 rund 625 Millionen Euro in Gleisanlagen, neue Stellwerkstechnik und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Lutherstadt Eisleben fließen. Die Verzögerung sorgt für Kritik aus der betroffenen Region. „Die Menschen in unserer Region haben über Jahre hinweg erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr hinnehmen müssen. Sie erwarten zu Recht, dass angekündigte Modernisierungen auch umgesetzt und nicht immer wieder aufgeschoben werden“, sagte der CDU-Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder.

dpa / EVN
