Pro Bahn: Mehr Güterzüge dürfen Personenverkehr nicht beeinträchtigen

Wegen Niedrigwassers am Rhein will DB Cargo kurzfristig zusätzliche Güterwagen einsetzen. Pro Bahn begrüßt die Verlagerung auf die Schiene, warnt aber davor, dass dafür Regional- und Fernverkehr eingeschränkt werden könnten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die geplante Verlagerung zusätzlicher Gütertransporte auf die Schiene wegen des Niedrigwassers am Rhein, warnt aber vor möglichen Auswirkungen auf den Personenverkehr. „Regional- und Fernverkehr dürfen weder ausgedünnt noch unzuverlässiger werden“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands, Lukas Iffländer. DB Cargo hatte zuvor angeboten, kurzfristig rund 400 zusätzliche Güterwagen einzusetzen.

Besonders im Mittelrheintal sei eine weitere Einschränkung des Fahrplans nicht vertretbar, erklärte Noah Wand, Landesvorsitzender des Verbands für Rheinland-Pfalz/Saarland. Pendler und Reisende dürften nicht zur Reserve für die Industrie werden. Pro Bahn fordert unter anderem, Voraussetzungen für längere Züge und Doppeltraktionen zwischen Remagen, Koblenz und Mainz zu schaffen. Der Verband kritisiert zudem die politische Prioritätensetzung: Während für die Wirtschaft kurzfristig Kapazitäten mobilisiert würden, erhielten Fahrgäste deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Gleichzeitig fordert Pro Bahn Unternehmen auf, ihre Lieferketten langfristig gegen Niedrigwasser einzudecken und die Schiene dauerhaft einzubinden, statt erst im Krisenfall hektisch nach Kapazitäten zu suchen. Nur ein konsequenter Ausbau der Bahninfrastruktur könne verhindern, dass Güter- und Personenverkehr regelmäßig um knappe Kapazitäten konkurrieren.

EVN