Die Bahn führt ein striktes Alkoholverbot an Bahnhöfen ein. Die Gewerkschaft der Polizei hält notwendige Kontrollen wegen Personalmangels aber für schwer umsetzbar. Deutlich mehr Einsatzkräfte seien für die Bundespolizei nötig.
Um die Sicherheit für Reisende und Beschäftigte zu verbessern, verbietet die Deutsche Bahn künftig das Trinken von Alkohol an all ihren Bahnhöfen. Ein konsequentes Alkoholverbot ist mit dem derzeitigen Personalstand der Bundespolizei aber kaum realistisch, warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Wer soll es kontrollieren? Wir haben Überstunden, wir haben Krankheitssituationen der Polizei. Wir haben ein Personaldefizit bei der Polizei“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Alexander Poitz den Sendern RTL und ntv. Die Bundespolizei sei zudem bei Großveranstaltungen und Grenzkontrollen gebunden.
Poitz fordert, ein Verbot müsse zwingend auch in den Zügen gelten. „Es macht keinen Sinn, an den Bahnhöfen ein Alkoholverbot umzusetzen und dann aber in der Bahn selbst Alkohol konsumieren zu dürfen“, sagte der GdP-Vize. Angesichts der Gewaltexzesse sei die Forderung grundsätzlich aus seiner Sicht gerechtfertigt, doch ohne zusätzliches Personal bleibe sie schwer durchzusetzen: „Ich glaube, konsequent zu kontrollieren und eine hundertprozentige Entfernung des Alkohols von Bahnhöfen und Zügen wird nicht möglich sein.“
dpa / EVN
