Bund fördert Pionierzüge mit digitaler Kupplung im Güterverkehr

Der Bund stellt knapp 36 Millionen Euro für die weitere Erprobung der Digitalen Automatischen Kupplung im Schienengüterverkehr bereit. Mit dem neuen Förderprogramm sollen Pionierzüge ausgerüstet sowie Forschungsprojekte und Studien unterstützt werden.

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat eine neue Förderung für die Digitale Automatische Kupplung (DAK) im Schienengüterverkehr gestartet. Die entsprechende Richtlinie und der erste Förderaufruf seien im Bundesanzeiger veröffentlicht worden, teilte das Ministerium mit.

Die Umsetzung des Programms übernimmt das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Förderinteressierte können demnach vom 14. bis 25. September Projektskizzen beim BALM einreichen. Am 10. September sollen die Programmunterlagen und weitere Konkretisierungen des ersten Förderaufrufs online vorgestellt werden.

Für das Programm stehen nach Angaben des BMV knapp 36 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden sollen unter anderem die Aus- und Umrüstung von Pionierzügen mit der DAK sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte und Studien.

Nächste Phase der DAK-Erprobung

Mit der Förderung soll die DAK erstmals von interessierten Akteuren des Schienengüterverkehrs im regulären Betrieb erprobt werden können. Das Programm knüpfe an das bereits abgeschlossene Forschungsprojekt DAK-Demonstrator an und solle die nächste Phase der Erprobung unter realen Bedingungen ermöglichen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte, die DAK könne Effizienz und Sicherheit im Schienengüterverkehr erhöhen und zugleich Kosten senken. Voraussetzung für eine europaweite Umrüstung sei jedoch, dass die Technologie unter anderem bei Funktionen, Lebensdauer und Preis überzeugen könne.

Nach Angaben des Ministeriums sind neben der praktischen Erprobung auch weitere Forschungsarbeiten und Studien vorgesehen. Dabei sollen unter anderem strategische Handlungsbedarfe, Erfahrungen, Nutzen, Risiken und Ressourcenfragen sowie mögliche Instrumente für die Umsetzung untersucht werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die wirtschaftlichen und technischen Auswirkungen der DAK belastbarer zu bewerten. Auf dieser Grundlage soll eine Entscheidung über eine mögliche europaweite Einführung der Technologie vorbereitet werden.

Das Förderprogramm sieht nach Angaben des BMV verschiedene Förderlinien vor. Neben der Erprobung der DAK in Pionierzügen sollen auch Forschung und Entwicklung sowie Studien unterstützt werden.

BALM-Präsident will Verfahren zügig durchführen

Das BALM soll das zweistufige Antragsverfahren für die Aus- und Umrüstung der Pionierzüge als Projektträger umsetzen. BALM-Präsident Christian Hoffmann erklärte, die Behörde wolle das Verfahren zügig durchführen und gemeinsam mit den Projektpartnern Ergebnisse für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr erzielen.

Die Digitale Automatische Kupplung soll Arbeitsabläufe im Güterverkehr vereinfachen und stärker automatisieren. Nach Einschätzung des BMV könnte die Technologie damit zu einer Modernisierung des Schienengüterverkehrs beitragen.

Mit dem neuen Förderprogramm setzt der Bund die bisherige Forschung und Entwicklung zur DAK fort. Die nun vorgesehene Erprobung im realen Güterverkehr soll zusätzliche Erkenntnisse für eine mögliche europaweite Einführung liefern.

EVN