Digitale Automatische Kupplung: Forschungsprojekt zur Modernisierung des Güterverkehrs abgeschlossen

Nach sechs Jahren Forschung zieht das Bundesverkehrsministerium eine positive Bilanz zur Digitalen Automatischen Kupplung. Die Technologie soll den Schienengüterverkehr effizienter, sicherer und wettbewerbsfähiger machen.

Mit einer Abschlussveranstaltung in Lippstadt ist das Forschungsprojekt „DAK-Demonstrator“ zur Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) offiziell beendet worden. Das Bundesverkehrsministerium und das Konsortium DAC4EU präsentierten am Dienstag bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) die Ergebnisse der mehrjährigen Erprobung. Ziel des Projekts war es, eine Schlüsseltechnologie für die Modernisierung des europäischen Schienengüterverkehrs unter realen Betriebsbedingungen zu testen.

Bislang werden Güterwagen in Deutschland und Europa überwiegend manuell mit Schraubenkupplungen verbunden – ein Verfahren, das seit mehr als einem Jahrhundert weitgehend unverändert geblieben ist. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums verursacht dieses System einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand und gilt als Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Straßengüterverkehr. Die Digitale Automatische Kupplung soll diesen Prozess automatisieren und zugleich zusätzliche digitale Funktionen ermöglichen.

Im Rahmen des Projekts wurden seit 2020 verschiedene Kupplungssysteme auf Rangierbahnhöfen und internationalen Strecken getestet und weiterentwickelt. Laut Ministerium habe die Technologie ihre grundsätzliche Eignung für den Schienengüterverkehr nachgewiesen. Die DAK ermögliche ein sichereres und effizienteres Kuppeln von Güterwagen und könne langfristig die Leistungsfähigkeit des Güterverkehrs auf der Schiene erhöhen.

„Mit dem DAK‑Demonstrator haben wir gemeinsam mit der Branche gezeigt, welches Potenzial in dieser Technologie steckt – nun geht es darum, sie unter realen Bedingungen im Betrieb zu erproben und einen Roll-out vorzubereiten“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

An dem Projekt beteiligt waren neben der Deutschen Bahn und DB Cargo unter anderem SBB Cargo, Rail Cargo Austria sowie mehrere Güterwagenvermieter und Logistikunternehmen. Der Bund unterstützte die Entwicklung nach eigenen Angaben mit rund 30 Millionen Euro.

Mit dem Abschluss des Forschungsprojekts sehen Ministerium und Branche einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in weitere nationale und europäische Programme einfließen, um die Einführung des neuen Systems im europäischen Schienengüterverkehr anzugehen.

EVN