In einer ZDF-Doku beleuchtet Journalistin Dunja Hayali die zahlreichen Probleme bei der Deutschen Bahn. Der Konzern kritisiert daraufhin eine einseitige Darstellung – nun reagiert der Sender.
Nach Kritik der Deutschen Bahn an einer Dokumentation des ZDF über den schlechten Zustand des Bahnverkehrs in Deutschland hat der Sender den Film verteidigt. „Die Dokumentation ‚Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?‘ beleuchtet strukturelle Probleme bei der Deutschen Bahn und deren Auswirkungen auf Reisende und den Arbeitsalltag der Beschäftigten“, teilte das ZDF mit. „Die Dokumentation ist journalistisch sorgfältig recherchiert und bildet verschiedene Perspektiven umfassend ab.“
Der bundeseigene Konzern hatte die Doku nach der Ausstrahlung unter anderem als einseitige Darstellung der Probleme kritisiert. „So entsteht keine sachliche Aufbereitung, sondern ein Zerrbild für die Zuschauenden“, teilte das Unternehmen mit. Der Film werde weder der aktuellen Entwicklung bei der Bahn noch den mehr als 200.000 Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern gerecht.
Vergleich mit Belgien stört Bahn – ZDF berichtigt zwei Stellen
Konkret kritisiert die Bahn unter anderem einen Pünktlichkeitsvergleich zwischen Belgien und Deutschland, der allein schon aufgrund der viel kleineren Dimensionen des Netzes im Nachbarland unzulässig sei. Die Doku verschweige zudem die Fortschritte bei der Sanierung der Infrastruktur.
Zwei falsche Daten und Darstellungen, auf die die Bahn hingewiesen hatte, berichtigte das ZDF später. Nachträglich geändert wurde etwa die in einer Grafik gezeigte Zahl der digitalen Stellwerke in Deutschland: Es gibt demnach bereits drei, nicht null. Zudem passte der Sender beim Vergleich mit der belgischen Bahn an, dass sich die angegebene Pünktlichkeit dort nicht nur auf den Fernverkehr, sondern den gesamten Personenverkehr bezieht.
In dem Film geht Hayali den strukturellen Problemen bei der Bahn nach. Sie spricht dabei mit der Bahnchefin, mehreren Beschäftigten, Politikern und vielen Reisenden. Zentrale Themen sind die Sicherheit im Bahnverkehr und die schleppende Digitalisierung des Schienennetzes.
dpa / EVN
