Mit ersten Bauarbeiten zur Sanierung des historischen Viadukts rückt die Reaktivierung der Siemensbahn näher. Die stillgelegte S-Bahn-Strecke in Berlin soll ab 2029 wieder Fahrgäste befördern.
Neben dem neuen Stadtquartier Siemensstadt Square, das derzeit in Berlin-Spandau entsteht, hat die Deutsche Bahn mit bauvorbereitenden Maßnahmen zur Reaktivierung der historischen Siemensbahn begonnen. Die seit Jahrzehnten stillgelegte S-Bahn-Strecke soll im Zuge der Entwicklung des neuen Stadtquartiers wieder in Betrieb genommen werden und ab 2029 Fahrgäste befördern.
Im Mittelpunkt der ersten Bauphase steht die Sanierung des denkmalgeschützten Stahlviadukts aus dem Jahr 1928. Das Viadukt besteht aus insgesamt 71 Einzelbauwerken, die nun umfassend untersucht und instandgesetzt werden. Nach jahrzehntelangem Stillstand weist die Infrastruktur erhebliche Schäden auf, darunter Korrosion, Verformungen, beschädigte Lager sowie Defizite bei Entwässerung und Tragfähigkeit, wie es von der Bahn hieß.
Zunächst werden auf einem Testfeld zentrale Verfahren zur Instandsetzung erprobt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für den weiteren Bauablauf des Gesamtprojekts dienen. Ein Großteil der historischen Bausubstanz soll erhalten und denkmalgerecht saniert werden. Gleichzeitig wird die Strecke technisch modernisiert, um einen zeitgemäßen S-Bahn-Betrieb mit zwei Gleisen und moderner Sicherungs- und Betriebstechnik zu ermöglichen.
Im Rahmen der Reaktivierung werden zudem die Bahnhöfe Gartenfeld, Siemensstadt und Wernerwerk umfassend modernisiert. Zusätzlich ist eine neue Brücke über die Spree geplant, die den Anschluss an die Ringbahn ermöglichen soll. Die intensive Bauphase ist für die Jahre 2028 und 2029 vorgesehen.
Die Siemensstadt Square entsteht auf dem Areal des Technikkonzerns und soll neben Büros und Gewerbe auch rund 3.750 neue Wohnungen umfassen. Im geplanten neuen Stadtquartier sind die Rohbauten der ersten zentralen Gebäude bereits fertig.
EVN
