Nach neuen Problemen bei der Deutschen Bahn und Kostensteigerungen bei Stuttgart 21 fordert der Bund Katholischer Unternehmer tiefgreifende Reformen und spricht sich langfristig für eine Privatisierung des Staatskonzerns aus.
Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) hat angesichts aktueller Probleme bei der Deutschen Bahn mehr unternehmerische Initiative und langfristig eine Privatisierung des bundeseigenen Konzerns gefordert. Anlass für die Forderung sind nach Angaben des Verbands die erneut gestiegenen Kosten und Verzögerungen beim Infrastrukturprojekt Stuttgart 21 sowie der jüngste bundesweite Totalausfall im Zugverkehr infolge technischer Störungen.
BKU-Bundesvorsitzender Martin Nebeling kritisierte, der Staat erweise sich nicht als effizienter Unternehmer. Als Vergleich verwies er auf privatwirtschaftlich organisierte Branchen wie die Automobilindustrie, in denen hohe Sicherheitsstandards mit wirtschaftlicher Effizienz verbunden würden. Bei der Deutschen Bahn sieht der Verband hingegen erhebliche Leistungsdefizite, Managementprobleme sowie Sicherheitsrisiken infolge veralteter oder unzureichender Technik.
Nach Ansicht des BKU besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Fehlplanungen, technischen Sicherheitslücken und fehlender unternehmerischer Führung. Als Beispiele nannte der Verband die Kostenentwicklung bei Stuttgart 21 sowie den Ausfall des Bahnfunksystems, der den Zugverkehr bundesweit beeinträchtigte.
Auch Thomas Tietz, Leiter des BKU-Arbeitskreises Energie und Nachhaltigkeit, betonte die Bedeutung leistungsfähiger und sicherer Infrastruktur. Der deutsche Mittelstand könne mit innovativen Technologien kurzfristig dazu beitragen, Effizienz, Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs zu steigern.
Darüber hinaus sieht der Verband langfristigen strukturellen Reformbedarf. Eine Privatisierung der Deutschen Bahn erscheine aus Sicht des BKU als notwendiger Schritt, um Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Schiene nachhaltig zu verbessern. Als Beispiele erfolgreicher ehemals staatlicher Unternehmen nennt der Verband die Deutsche Telekom, DHL Group (Deutsche Post) und Lufthansa.
EVN
