Trotz Rekordhitze: Bahnverkehr weitgehend stabil

Mehr als 41 Grad zeigte das Thermometer in manchen Regionen am Wochenende. Für die Bahn und ihre Fahrgäste war die Hitze eine enorme Belastung. Wie lief es auf der Schiene?

Die Deutsche Bahn hat angesichts der Rekordhitze am Wochenende eine positive Verkehrsbilanz gezogen. Rund 90 Prozent der geplanten Zugfahrten habe stattgefunden, teilte der bundeseigene Konzern mit. Das umfasse nicht nur die eigenen Züge, sondern auch die der Wettbewerber im Fern- und Regionalverkehr. Insgesamt seien 94.000 Zugfahrten durchgeführt worden.

Das bedeutet aber auch: Jede zehnte Fahrt ist hitzebedingt ausgefallen. Mancherorts kam es gar zu Notfällen. So strandete am Samstagabend ein Zug der tschechischen Bahn in der Prignitz in Brandenburg mit mehr als 600 Fahrgästen an Bord, weil bei einem Sturm ein Baum auf eine Oberleitung gefallen war.

Aufgrund der unterbrochenen Stromversorgung fiel auch die Klimaanlage in dem Zug aus und die Türen blieben verschlossen. Zwei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. In dem Zug herrschten nach Angaben der Einsatzkräfte mehr als 40 Grad.

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es am Freitagabend mit einem liegengebliebenen Regionalexpress bei Bonn mit etwa 475 Fahrgästen, in dem die Klimaanlage ausgefallen war. Der Zug wurde evakuiert.

“Das Extrem-Wetter mit der Rekordhitze und den lokalen Gewittern mit Starkregen und Sturmböen war eine extreme Belastung – für den gesamten Bahnbetrieb, für die Fahrgäste und alle Bahn-Mitarbeitenden”, teilte die Bahn weiter mit. Der Konzern bedankte sich bei den Beschäftigten und den Fahrgästen für die Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme.

Die Bahn hatte vor dem Wochenende dazu aufgerufen, auf Bahnfahrten infolge der Hitze zu verzichten. Wer ein Ticket für die heißen Tage gekauft hatte, konnte es kostenlos stornieren. Wie viele Fahrgäste diese Möglichkeit genutzt haben, ließ die Bahn auf Anfrage aber offen.

dpa / EVN