Eine stärkere Sanierung der Bahn-Infrastruktur abseits der großen Korridore fordert der Bundesverband SchienenNahverkehr. Trotz hoher Investitionen bleibe der Zustand vieler Anlagen laut aktuellem Zustandsbericht weiterhin kritisch.
Der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) hat die Deutsche Bahn und insbesondere die DB InfraGO aufgefordert, bei der Sanierung der Eisenbahninfrastruktur stärker auch regionale Strecken und Anlagen außerhalb der großen Korridore zu berücksichtigen. Anlass ist der veröffentlichte Zustandsbericht „Netz und Personenbahnhöfe 2025“.
Nach Einschätzung des Verbands zeigen die Rekordinvestitionen der vergangenen Jahre zwar erste positive Effekte bei Personenbahnhöfen, eine spürbare Verbesserung des Gesamtzustands der Fahrwege sei jedoch bislang nicht erkennbar. Besonders kritisch bewertet der Verband den Zustand von Bahnübergängen, Gleisen sowie Leit- und Sicherungstechnik. Die Stellwerke befänden sich laut Bericht sogar weiterhin in mangelhaftem Zustand, was sich im täglichen Betrieb durch Störungen und Verspätungen bemerkbar mache.
Positiv bewertet der Verband, dass der Bericht durch Kennzahlen erstmals eine bessere Vergleichbarkeit über mehrere Jahre ermögliche. Gleichzeitig kritisiert der BSN fehlende Transparenz bei Prioritäten, Zeitplänen und der Verwendung zusätzlicher Finanzmittel für die Schieneninfrastruktur.
BSN-Geschäftsführer Jan Görnemann forderte einen weiterhin ausstehenden „Infraplan“ sowie langfristige Finanzierungskonzepte. Zudem müsse nachvollziehbar werden, welche Auswirkungen die zusätzlichen Milliardenmittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität konkret auf den Zustand des Netzes haben werden.
EVN
