Nach der Güterzug-Entgleisung im Gotthard-Basistunnel 2023 hat die SBB neue Entgleisungsdetektoren installiert. Die Systeme sollen im Ernstfall Kollisionen verhindern und erhöhen die Sicherheit auf den Zufahrtsstrecken des Tunnels.
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben vor dem Gotthard-Basistunnel neue Entgleisungsdetektoren in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die Systeme in der Nacht zum 11. Mai an mehreren Stellen vor den Portal-Spurwechseln installiert. Ziel der Maßnahme ist es, im Falle einer Entgleisung mögliche Folgeunfälle, insbesondere Kollisionen zwischen Zügen, zu verhindern.
Die Installation erfolgt als Reaktion auf die Entgleisung eines Güterzuges im August 2023 im Gotthard-Basistunnel. Laut Abschlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) war ein Radbruch an einem Güterwagen die Ursache des Unfalls. Die SBB betont, dass Entgleisungsdetektoren zwar Entgleisungen erkennen, diese jedoch nicht verhindern können.
Nach Ansicht der SBB seien deshalb zusätzliche Maßnahmen notwendig. Dazu zählen eine verbesserte Instandhaltung von Güterwagen sowie Anpassungen im Haftungsrecht des Schienengüterverkehrs. Hintergrund ist laut SBB, dass bislang vor allem die Eisenbahnverkehrsunternehmen und nicht die Wagenhalter für Schäden haften. Dadurch fehle es den Haltern an ausreichenden Anreizen für höhere Sicherheitsstandards.
Mit der Inbetriebnahme der Detektoren hebt die SBB zudem die seit September 2024 geltende temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung von 160 km/h im Bereich der Portal-Spurwechsel wieder auf.
EVN
