Mehr als 100 Branchenvertreter haben in Kassel über einheitlichere Standards bei Schienenfahrzeugen beraten. Ziel sind einfachere Ausschreibungen, geringere Kosten und schnellere Zulassungen.
Der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) hat bei seiner dritten Fachtagung Fahrzeuge am 5. und 6. Mai in Kassel die Standardisierung von Schienenfahrzeugen im Nahverkehr vorangetrieben. Vertreterinnen und Vertreter von Aufgabenträgern, Herstellern, Eisenbahnunternehmen und Instandhaltern diskutierten über gemeinsame Standards und effizientere Prozesse im Fahrzeugbereich.
Hintergrund der Initiative ist die hohe Vielfalt an Fahrzeugtypen im Schienenpersonennahverkehr, die nach Einschätzung der Branche zu steigenden Kosten, komplexeren Ausschreibungen und längeren Zulassungsverfahren führt. Der BSN hatte bereits im vergangenen Jahr eine Charta zur Fahrzeugstandardisierung vorgestellt, deren Inhalte nun weiterentwickelt wurden.
Im Mittelpunkt der Tagung standen Themen wie vereinfachte Ausschreibungen, standardisierte Prozesse, harmonisierte Anforderungen sowie effizientere Zulassungs- und Instandhaltungsabläufe. Vertreter des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), der DB-Fahrzeuginstandhaltung und der Industrie betonten die Bedeutung nachvollziehbarer Dokumentationen und möglichst einheitlicher Fahrzeugplattformen.
Nach Angaben des BSN sollen durch die Standardisierung langfristig Beschaffungs- und Instandhaltungskosten reduziert sowie die Verfügbarkeit von Fahrzeugen verbessert werden. Gleichzeitig müsse die Qualität für Fahrgäste erhalten bleiben.
Die Diskussionen werden nun in mehreren Arbeitsgruppen fortgeführt. Neu gegründet wurde zudem eine Arbeitsgruppe zum Thema Fahrzeugfinanzierung.
EVN
