Rund jede sechste S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet kam von Januar bis September verspätet an – auch im Regionalverkehr lief es schlechter. Was steckt hinter dem Rückgang?
Die S-Bahn Rhein-Main ist in den ersten neun Monaten 2026 nochmals unpünktlicher als im Vorjahreszeitraum gewesen. Von Januar bis September betrug der Anteil pünktlicher Bahnen im laufenden Jahr 83,3 Prozent, im Vorjahr waren es 85,3 Prozent, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilte. Das bedeutet, dass fast 17 beziehungsweise fast 15 Prozent der Züge verspätet ankamen.
Bei den Regionalbahnen fiel der Anteil pünktlicher Züge demnach von 83,2 auf 80,0 Prozent. Als unpünktlich werden alle Bahnen gezählt, die mindestens sechs Minuten zu spät an ihrem Ziel eintreffen. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten Züge als pünktlich.
Der Anteil der im Fahrplan vorgesehenen S-Bahnen, die auch tatsächlich fuhren, hat sich leicht erhöht. In den ersten neun Monaten 2026 betrug er 85,0 Prozent nach 84,6 Prozent im Vorjahr. Das bedeutet, dass 15 Prozent der Bahnen ausfielen. Bei den Regionalbahnen sank der Wert von 93,7 im vergangenen Jahr auf 92,6 Prozent im laufenden Jahr.
Hauptgrund: Bauarbeiten im Schienennetz
Zur Begründung verwies der Verkehrsverbund auf eine Rekordbautätigkeit bei der Bahn – darunter umfassende Maßnahmen am Knoten Mainz. Fälle von fehlendem Personal hätten dagegen deutlich reduziert werden können. Dies zeige sich in der etwas höheren Zuverlässigkeit der S-Bahn.
„Im Ergebnis sorgen insbesondere die Bauarbeiten für eine etwas geringere Pünktlichkeit und Quote stattgefundener Fahrten als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, sagte ein RMV-Sprecher. Berücksichtigt werden müsse, dass auch Fahrten, für die Ersatzbusse unterwegs seien, als ausgefallen gezählt würden: „Unter Berücksichtigung von Ersatzbussen liegt die Zuverlässigkeit bei S-Bahn und Regionalzügen um je fünf Prozentpunkte höher.“
Ein Einzelereignis, das zu vielen ungeplanten Zugausfällen führte, sei der Böschungsbrand Ende Juni zwischen Friedberg und Frankfurt gewesen.

dpa
