Eskalierte Ticketkontrolle im ICE – Bahn: Mitarbeiter sind „zu weit gegangen“

Eine außer Kontrolle geratene Fahrkartenkontrolle hat ein Nachspiel: Die Deutsche Bahn entschuldigt sich für das Vorgehen eines Sicherheitsmitarbeiters und räumt ein, dass die Beschäftigten bei der Übergabe eines Fahrgasts an die Bundespolizei zu weit gegangen sind.

Nach einer eskalierten Ticketkontrolle in einem ICE in Bamberg hat die Deutsche Bahn ihr Bedauern über das Verhalten eines Sicherheitsmitarbeiters geäußert. Wie eine Bahnsprecherin auf Anfrage erklärte, entspreche das Vorgehen nicht dem üblichen Verfahren, wenn Fahrgäste bei einer Kontrolle keine weiteren notwendigen Dokumente vorlegen können. Da Fernverkehrstickets personalisiert seien, müssten Reisende auf Nachfrage einen Lichtbildausweis vorzeigen. Wird dies abgelehnt, werde üblicherweise die Bundespolizei zur Unterstützung hinzugezogen.

Beim Versuch, den Fahrgast zur Feststellung seiner Personalien an die Bundespolizei zu übergeben, seien die Mitarbeiter aus Sicht der Bahn jedoch „zu weit gegangen“. Das Unternehmen erklärte, den Vorfall ernst zu nehmen und mit dem beauftragten Sicherheitsunternehmen im Austausch zu stehen.

Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizeiinspektion Würzburg ist ein Ermittlungsverfahren zum Verhalten des Sicherheitsmitarbeiters eingeleitet worden. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Gegen den betroffenen Fahrgast wird nicht ermittelt – die Beamten hätten bei ihm eine Identitätsfeststellung durchgeführt.

Am vergangenen Dienstag (13. Oktober) gegen 4 Uhr konnte der Fahrgast im ICE 905 nach vorliegenden Informationen offenbar keine Bahncard zu einem vorhandenen Ticket vorzeigen. Warum die Situation dann so eskaliert ist, dass der Sicherheitsmitarbeiter gewaltsam gegen den Reisenden vorging, blieb zunächst unklar. Ein auf der Plattform X veröffentlichtes Video zeigte den Vorfall.

EVN