Mehr Güterverkehr auf Strecke Bamberg–Erfurt durch ETCS-Software-Lösung

Eine neue ETCS-basierte Softwarelösung von DB InfraGO und Siemens ermöglicht zusätzliche Güterzüge auf der Neubaustrecke zwischen Bamberg und Erfurt. Vor allem nachts und in Tagesrandlagen soll die vorhandene Infrastruktur künftig besser genutzt werden.

Die DB InfraGO hat gemeinsam mit Siemens eine neue Softwarelösung entwickelt und zugelassen, die zusätzlichen Güterverkehr auf der Neubaustrecke zwischen Bamberg und Erfurt ermöglicht. Nach Angaben der Deutschen Bahn können insbesondere in Tagesrandlagen und nachts weitere Güterzüge auf der Strecke verkehren; entsprechende Trassen seien ab sofort bestellbar.

Hintergrund ist das sogenannte Tunnelbegegnungsverbot, das auf Schnellfahrstrecken mit einröhrigen Tunneln Begegnungen von langsamen Güterzügen und schnellen Fernverkehrszügen verhindert. Die neue ETCS-basierte Anwendung verknüpft laut DB Informationen aus Fahrplan-, Leit- und Sicherungssystemen und erkennt automatisch die jeweilige Zugart. Dadurch sollen unzulässige Begegnungen in den Tunnelabschnitten technisch ausgeschlossen werden.

„Mit der neuen ETCS-basierten Softwarelösung zeigen wir, wie Digitalisierung unmittelbar zusätzlichen Nutzen für unsere Kundinnen und Kunden bringt. Gemeinsam mit Siemens haben wir eine innovative Lösung entwickelt, mit der wir die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen können. Dadurch schaffen wir mehr Flexibilität für den Schienengüterverkehr“, sagte DB-InfraGO-Chef Philipp Nagl.

Die Neubaustrecke ist vollständig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet und Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8 (VDE 8). Seit Anfang 2025 wird die Strecke schrittweise für den Güterverkehr genutzt, wobei tagsüber weiterhin der schnelle Personenverkehr Vorrang hat. Für die Nutzung der VDE 8 müssen Güterzuglokomotiven mit ETCS ausgerüstet sein.

EVN