Beschwerde-Rekord bei Schlichtungsstelle – Konfliktbereich Flugverkehr deutlich vor Bahn

Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr verzeichnet so viele Beschwerden wie nie zuvor. Neben Flugausfällen sorgt aber auch der Bahnverkehr wegen Verspätungen und Infrastrukturproblemen für zahlreiche Entschädigungsforderungen.

Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr hat im ersten Halbjahr einen Rekord bei Beschwerden gemeldet. Mehr als 29.400 Schlichtungsanträge gingen ein – so viele wie noch nie in den ersten sechs Monaten eines Jahres. Während der Großteil der Fälle den Flugverkehr betrifft, bleibt die Bahn der zweitgrößte Beschwerdebereich.

Rund 14 Prozent aller Anträge entfielen auf den Bahnverkehr – das waren etwa 4.000, wie aus den Zahlen hervorgeht. Hauptgrund sind anhaltende Verspätungen und Zugausfälle, die vor allem auf die vielerorts überlastete und sanierungsbedürftige Schieneninfrastruktur zurückgeführt werden. Für Reisende geht es dabei häufig um Entschädigungsansprüche nach verspäteten oder ausgefallenen Fahrten.

83 Prozent der Beschwerden entfielen den Angaben zufolge auf den Flugverkehr. Das waren demnach rund 24.000. Hier hätten vor allem wetterbedingte Flugannullierungen, Ausfälle durch Streiks und durch den Krieg in der Golfregion zu Konfliktfällen geführt. Die übrigen Schlichtungsanträge betrafen die Bereiche Reise, ÖPNV, Fernbus und Schiff.

Die Schlichtungsstelle konnte nach eigenen Angaben in mehr als 80 Prozent der Fälle eine Einigung erzielen. Angesichts der bevorstehenden Sommerreisezeit wird für das Gesamtjahr mit einem weiteren Anstieg der Beschwerden gerechnet.

EVN