Die Bahnindustrie in Deutschland hat 2025 erneut Rekordzahlen bei Umsatz und Aufträgen erzielt. Besonders Investitionen in die Schieneninfrastruktur treiben das Wachstum – zugleich fordert die Branche verlässliche Finanzierungszusagen des Bundes.
Die Bahnindustrie in Deutschland hat im Geschäftsjahr 2025 erneut Rekordwerte bei Umsatz und Auftragseingängen erzielt. Wie der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) mitteilte, stieg der Umsatz auf 15,6 Milliarden Euro, während die Auftragseingänge mit 21,8 Milliarden Euro ebenfalls einen Höchststand erreichten. Besonders das Inlandsgeschäft entwickelte sich dynamisch und wuchs um 7,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Nach Angaben des Verbandes profitierten insbesondere Infrastrukturprojekte von verstärkten Investitionen des Bundes und laufenden Sanierungen zentraler Schienenkorridore.
Vor allem die Infrastruktursparte verzeichnete deutliche Zuwächse. Ihr Umsatz stieg auf 4,7 Milliarden Euro, wobei der heimische Markt laut VDB um 15,6 Prozent zulegte. Wachstumstreiber seien insbesondere Tiefbau, Elektrifizierung sowie Bau- und Spezialfahrzeuge gewesen. Der Verband verweist zudem auf eine steigende Zahl verbauter sogenannter Stelleinheiten – darunter Stellwerke, Signale und Weichen. Nach Angaben des VDB wurden 2025 mehr als 4.200 solcher Komponenten realisiert, nachdem in den Vorjahren durchschnittlich rund 2.500 verbaut worden waren.
Das Fahrzeuggeschäft blieb mit 10,9 Milliarden Euro zwar weiterhin das größte Marktsegment, entwickelte sich laut Verband jedoch insbesondere im Inland schwächer als erwartet. Damit bleibe die Entwicklung hinter den politischen Ambitionen zum Ausbau des Bahnangebots zurück.
Auch bei den Auftragseingängen meldet die Branche kräftige Zuwächse. Insgesamt legten diese um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro zu. Besonders stark entwickelte sich das Infrastrukturgeschäft mit einem Plus von 36 Prozent, wobei sich die Auslandsaufträge nahezu verdoppelten. Die Zahl der direkten Beschäftigten in der Bahnindustrie stieg nach Angaben des Verbands auf rund 57.700 Personen.
Trotz der positiven Entwicklung mahnt der VDB eine langfristig verlässliche Finanzierung der Schieneninfrastruktur an. Der Verband fordert unter anderem einen Eisenbahninfrastrukturfonds sowie gesetzlich abgesicherte, mehrjährige Investitionszusagen. Nur mit langfristiger Planungssicherheit lasse sich der Ausbau der Schieneninfrastruktur dauerhaft fortsetzen, so der Verband.
EVN
