Ersatzverkehr im Raum Stuttgart soll gestärkt werden

Strecken gesperrt, Ersatzbusse überfüllt: Wie die Bahn mit Echtzeitdaten, mehr Komfort und besseren Infos den Frust der Pendler in Stuttgart lindern will.

Echtzeitdaten zu Abfahrtszeiten und Verspätungen auf der Anzeigetafel oder in der App, besser gekennzeichnete Haltestellen, Busse mit mehr Komfort: Mit diesen Maßnahmen will die Deutsche Bahn künftig Probleme beim Schienenersatzverkehr im Zuge von Bauarbeiten von Stuttgart 21 beheben. Die Fahrgäste in Stuttgart werden wegen der Verschiebung der Inbetriebnahme des neuen Fernbahnhofs auf das Jahr 2031 weitere fünf Jahre mit einem Provisorium leben müssen.

Wegen der Baustelle mitten im Zentrum der Landeshauptstadt müssen sie seit vielen Jahren weitere Wege zu den Fernzügen in Kauf nehmen. Zudem kommt es wegen Bauarbeiten rund um das Bahnprojekt häufig zu längeren Streckensperrungen mit Ersatzverkehr und Zugausfällen. Bahnchefin Evelyn Palla hatte die Verbesserungen vor wenigen Wochen bereits angekündigt. Sie sollen nun erstmals während der inzwischen sechsten Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke im Zeitraum der Sommerferien greifen. Die Strecke ist vom 20. Juli bis zum 12. September außer Betrieb. Es fahren Busse als Ersatz.

Frust und Wut über den bisherigen Schienenersatzverkehr

Für Pendler war der Schienenersatzverkehr in der Vergangenheit oftmals ein Härtetest. Es gab überfüllte und verspätete Busse. So berichteten Fahrgäste auch von unerfahrenen oder ortsunkundigen Fahrern beim Schienenersatzverkehr. Das soll sich nun ändern: „Gute Fahrgastinformation, hohe Zuverlässigkeit und ein attraktives Angebot sind dabei zentrale Voraussetzungen“, teilte die Deutsche Bahn mit. Sie und der Verband Region Stuttgart sowie das Land Baden-Württemberg unterzeichneten eine Absichtserklärung, um die Probleme beim Schienenersatzverkehr besser in den Griff zu bekommen.

Es sollen künftig auch mehr Reservebusse vorgehalten werden, um schneller auf Probleme reagieren zu können. Zudem sollen Fahrgäste verstärkt vor Ort Ansprechpartner haben, wenn sie auf der Suche nach ihrem Ersatzbus sind. „Um es den Fahrgästen so erträglich wie möglich zu machen, erwarten wir als Aufgabenträger von der Deutschen Bahn künftig ein qualitativ neues, verlässliches und leistungsfähiges Produkt im Ersatzverkehr“, heißt es vonseiten der Region Stuttgart. Das zuständige Verkehrsministerium erklärte, oberstes Ziel bleibe aber, dass die Deutsche Bahn in den kommenden Jahren Baustellen besser koordiniere und bündele und dass dadurch Streckensperrungen auf ein Minimum reduziert würden.

dpa / EVN