Keine leichte Zeit für Pendler in Berlin und Brandenburg


BERLIN | Pendlerinnen und Pendler in Berlin und Brandenburg brauchen derzeit zum Teil viel Geduld. Vor allem der Weg aus dem Berliner Norden in die Innenstadt kann beschwerlich werden. Bauarbeiten im Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn, Bauarbeiten auch auf der U6, zudem kein Ende bei den Behinderungen auf der U2 in Sicht. Naht Besserung? Im Januar eher nicht.

Sanierung im Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn

Alle Jahre wieder stehen im Januar Bauarbeiten im Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn an. Seit dem 6. Januar ist der Tunnel zwischen Südkreuz/Yorckstraße (Großgörschenstraße) und Nordbahnhof für Modernisierungen gesperrt, betroffen sind die Linien S1, S2, S25 und S26. Für den Ersatzverkehr werden Busse eingesetzt – eine längere Fahrzeit ist damit sicher. Die Sperrung gilt noch bis zum 27. Januar – dann wird sie bis zum 17. Februar bis Gesundbrunnen ausgeweitet.

Gesperrtes U-Bahn-Gleis am Alexanderplatz

Seit fast drei Monaten dauern die Einschränkungen auf der U-Bahn-Linie U2 am Alexanderplatz an – Ende offen. Während Bauarbeiten für ein geplantes Hochhaus im Bereich der U-Bahn sackten die Tunnelröhren um einige Zentimeter ab. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) richtete auf dem verbliebenen Gleis einen Pendelverkehr zwischen den Haltestellen Senefelderplatz und Klosterstraße ein. Die Pendelzüge fahren statt des auf der U2 üblichen 5-Minuten-Takts im 15-Minuten-Takt.

Wie die Berliner Morgenpost kürzlich berichtete, laufen Genehmigungsverfahren für weitere Baumaßnahmen, mit denen die Probleme behoben werden sollen. „Wir unterstützen die laufenden Planungs- und Genehmigungsprozesse natürlich bestmöglich mit unserer Expertise“, teilte BVG-Sprecher Jannes Schwentu mit.

RE1-Takt noch nicht wie geplant

Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember hakt es im Regionalverkehr vor allem auf der Linie RE1, auf der auch weiterhin nicht alle Verstärkerfahrten wie geplant angeboten werden können. Grund sind vor allem viele Krankheitsfälle bei den Verkehrsunternehmen und die hohe Belastung der Berliner Stadtbahn, über die auch zahlreiche S-Bahnen und der Fernverkehr fahren.

„Zum 16. Januar 2023 ist eine weitere Aufstockung/ Wiedereinsetzbarkeit bei den Verstärkerzügen der Linie RE1 geplant“, teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) der Nachrichtenagentur dpa mit.

Die Linie RE8 fährt laut VBB seit dem 2. Januar wieder in vollem Umfang zwischen Wismar und Berlin. Das Umsteigen in Nauen entfällt demnach. Sowohl der VBB als auch die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) streben an, die noch bestehenden Einschränkungen bis Ende Januar „schrittweise zurücknehmen zu können“. „Wir fahren sukzessive hoch, geplant ist ab Februar volle Taktung“, teilte die ODEG mit.

Bauarbeiten auf der U6 in Tegel – BVG fehlen Busfahrer

Seit November müssen die Menschen in Tegel und Reinickendorf den Abschnitt der U6 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel überbrücken, da die Strecke wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Besonders ärgerlich: Für die Menschen in Tegel war die S25 eine beliebte Ausweichmöglichkeit zur Fahrt ins Zentrum – über den Nordbahnhof hinaus ist das derzeit aber auch keine Variante mehr, um dem Schienenersatzverkehr zu entgehen (siehe oben). Die Bauarbeiten auf der Linie U6 dauern noch Jahre an.

Um bald auch wieder alle Busfahrten anbieten zu können, ist die BVG weiterhin auf der Suche nach Personal. Im August musste das Angebot auf mehr als 30 Buslinien eingeschränkt werden, was längere Taktungen zur Folge hat. Der eingeschränkte Fahrplan gilt weiterhin – ein mögliches Enddatum nennt die BVG nicht.

Und dann auch noch die Handyfalle

Vorsicht ist weiterhin in den Desiro-Zügen der ODEG geboten. Die Handyfalle an einigen Klappsitzen konnte bisher noch nicht behoben werden. Eine bauliche Lösung sei aber zusammen mit dem Hersteller Siemens gefunden worden. Bis Ende März sollen Metallbleche unter die betroffenen Sitze geschraubt werden.

Zum Hintergrund: An den Klappsitzen an den Rückwänden der barrierefreien Universaltoiletten rutschen Handys hinter eine Abdeckung, wenn sie beim Zuklappen des Sitzes noch darauf liegen. Die Fahrgäste können die Geräte dann nicht mehr erreichen. Das Problem tritt bei 132 Sitzen in den 29 Desiro-Zügen der ODEG auf. 20 Handys seien «versunken», sagte eine ODEG-Sprecherin. Derzeit sei ein mobiles Team dabei, die Geräte aus der Abdeckung zu holen.


EVN

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