Berliner Vergabekammer weist Alstom-Rüge gegen S-Bahn-Ausschreibung zurück

Im Vergabeverfahren für große Teile der Berliner S-Bahn ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Die Berliner Vergabekammer hat eine Rüge des Bahntechnikkonzerns Alstom gegen die Ausschreibung zurückgewiesen. Weitere Verzögerungen bleiben jedoch möglich.

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Die Berliner Vergabekammer hat eine Rüge des französischen Bahntechnikkonzerns Alstom gegen die Vergabe großer Teile des Berliner S-Bahn-Netzes zurückgewiesen. Das berichten nd-aktuell und die Berliner Zeitung. Damit wurde ein weiterer Schritt in einem seit Jahren laufenden und mehrfach verzögerten Vergabeverfahren vollzogen. Eine offizielle inhaltliche Bestätigung der Entscheidung liegt bislang nicht vor, da der Beschluss noch nicht rechtskräftig ist.

Die Berliner Senatswirtschaftsverwaltung bestätigte laut Bericht lediglich, dass ein Hauptsachebeschluss gefasst und den Verfahrensbeteiligten übermittelt worden sei. Details zum Inhalt wurden mit Verweis auf das laufende Verfahren zunächst nicht genannt. Die Beteiligten haben nun zwei Wochen Zeit, Beschwerde beim Kammergericht Berlin einzulegen.

Im Kern geht es um die Vergabe von Fahrzeuglieferung, Instandhaltung und Betrieb von rund zwei Dritteln des Berliner S-Bahn-Netzes. Im August 2025 hatte ein Konsortium aus der S-Bahn Berlin GmbH sowie den Herstellern Siemens Mobility und Stadler Rail den Zuschlag erhalten. Vorgesehen ist die Lieferung von rund 1.400 neuen S-Bahn-Wagen sowie der Betrieb wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Strecken.

Alstom hatte das Verfahren wiederholt kritisiert und sieht sich nach eigenen Angaben benachteiligt. Hintergrund ist die Struktur der Ausschreibung, die sowohl Fahrzeuglieferung als auch Betrieb aus einer Hand verlangt. Das unterlegene Unternehmen hatte keinen eigenen Betreiberpartner eingebunden.

Kritik von Fahrgastverbänden und aus der Politik gibt es an den erheblich gestiegenen Kosten der Auftragsvergabe. Waren ursprünglich rund acht Milliarden Euro veranschlagt worden, werden die Gesamtkosten mittlerweile auf 15 bis 20 Milliarden Euro geschätzt.

EVN