Die geplante 14-monatige Sperrung der Bahnstrecke Berlin–Lehrte stößt auf scharfe Kritik des Verbands Die Güterbahnen. Besonders beanstandet wird, dass zugesagte Ausbaumaßnahmen ausbleiben, obwohl die Bauzeit deutlich länger ausfällt als ursprünglich angekündigt.
Die angekündigte Korridorsanierung der Strecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover sorgt für Kritik aus der Güterverkehrsbranche. Der Verband Die Güterbahnen bemängelt insbesondere die geplante Dauer der Vollsperrung sowie den Verzicht auf ursprünglich zugesagte Infrastrukturverbesserungen. Der wichtige Ost-West-Korridor soll für insgesamt 14 Monate gesperrt werden. Die Sperrung stelle damit nach Angaben des Verbands einen Negativrekord unter den bisherigen Korridorsanierungen auf.
Nach Darstellung des Verbands weicht die Deutsche Bahn damit erheblich von den im Jahr 2022 kommunizierten Standards für Korridorsanierungen ab. Damals war eine Regel-Sperrdauer von fünf Monaten in Aussicht gestellt worden. Zudem seien bei Sanierungen nicht nur reine Ersatzmaßnahmen, sondern auch strukturelle Verbesserungen des Streckenlayouts angekündigt worden. Laut den Güterbahnen werde auf dem Abschnitt Berlin–Lehrte jedoch keine der vereinbarten Standardverbesserungen umgesetzt.
Geschäftsführerin Neele Wesseln kritisierte, dass der Verzicht auf zusätzliche Ausbaukomponenten nur beiläufig kommuniziert worden sei. Angesichts des langen Planungsvorlaufs sei dies schwer nachvollziehbar. Besonders problematisch bewertet der Verband die Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr, da die vorgesehenen Umleitungsstrecken bereits stark belastet seien. Sorgen bereiten vor allem der Zustand der Strecke zwischen Magdeburg und Braunschweig sowie parallele Baumaßnahmen auf anderen wichtigen Güterverkehrsachsen.
Ungeachtet der Kritik erkennt der Verband den grundsätzlichen Sanierungsbedarf auf dem Korridor an. Insbesondere an der sogenannten Festen Fahrbahn bestehe dringender Modernisierungsbedarf. Positiv bewertet wird zudem die geplante Elektrifizierung des bestehenden dritten Gleises entlang der Schnellfahrstrecke.
EVN
