In drei Jahren soll der neue Bahnhof Altona in Betrieb genommen werden. Die SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft sieht aber noch viele Fragen ungelöst. Sie fordert Klarheit von Bund und Bahn.
Die SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft fordert von Bund und Deutscher Bahn Klarheit über den Bau des neuen Fern- und Regionalbahnhofs Altona. Das hat der Vorsitzende der SPD-Fraktion Hamburg, Dirk Kienscherf, erklärt. Nötig sei ein verbindlicher Zeitplan sowie Transparenz hinsichtlich des geplanten Verbindungsbahnentlastungstunnels (VET).
Hintergrund: Die Deutsche Bahn verlegt den heutigen Fern- und Regionalbahnhof Altona an den Standort Diebsteich. Dort entsteht ein Durchgangsbahnhof mit insgesamt vier Bahnsteigen. 2029 solle er den Betrieb aufnehmen, sagt Kienscherf. Das hätten die Stadtentwicklungs- sowie die Verkehrsbehörde zuletzt bestätigt. Doch viele Fragen seien nach wie vor offen.
„Was steht den Reisenden 2029 zur Verfügung?“
Nach Angaben der Deutschen Bahn soll für den Stationsbetrieb zunächst ein Interimsbauwerk entstehen, da sich die Fertigstellung des endgültigen Empfangsgebäudes im Zusammenhang mit den Planungen für den Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET) über 2029 hinaus verzögert.
„Die Deutsche Bahn muss jetzt verbindliche Planungen und Zeitpläne vorlegen: Was steht den Reisenden 2029 tatsächlich zur Verfügung? Wird der ursprüngliche Plan für das Bahnhofsgebäude weiterhin verfolgt? Und wie lange soll die Zwischenlösung bestehen bleiben?“, sagt SPD-Fraktionschef Kienscherf. Der Hinweis auf offene Tunnelplanungen beantworte keine dieser Fragen.
SPD: Bund muss auch Pläne für den Tunnel vorlegen
Auch beim VET brauche man eine klare Frist, bis wann eine verbindliche Entscheidung über das weitere Vorgehen fällt. Bislang habe das Projekt bereits zu umfangreichen und kostenintensiven Planungen geführt. Gleichzeitig habe es negative Auswirkungen auf die Realisierung des neuen Bahnhofs Altona, etwa beim geplanten Hotelstandort. Das Bundesverkehrsministerium müsse gemeinsam mit der Bahn endlich für klare Verhältnisse sorgen.
Nach der Verlagerung des Bahnhofs soll auf den frei werdenden Flächen der zweite Bauabschnitt von Mitte Altona mit rund 1.900 Wohnungen entstehen. Auch für den Bau dieser Wohnungen brauche man einen belastbaren Ablaufplan, erklärt der SPD-Fraktionschef Kienscherf.

dpa
