Tarifkonflikt bei der Saarbahn: GDL mobilisiert Unterstützer

Der Streit um die gewerkschaftliche Vertretung bei der Saarbahn beschäftigt längst nicht mehr nur die Tarifparteien. In Saarbrücken gingen rund 300 Menschen auf die Straße. Die GDL fordert eine Rückkehr zu ernsthaften Verhandlungen und Transparenz über die Kosten des Ersatzverkehrs.

Rund 300 Menschen haben sich am Freitag an einer Demonstration der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Saarbrücken beteiligt. Wie die GDL mitteilte, führte der Demonstrationszug durch die Innenstadt; anschließend fand eine Kundgebung vor dem Rathaus statt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß, der dbb-Vertreter Andreas Hemsing sowie die GDL-Bezirksvorsitzenden Nico Rebenack und Danny Grosshans teil. Auch der ehemalige GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky unterstützte die Kundgebung.

Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts stehe nach Darstellung der GDL neben Entgelt, Zulagen und Arbeitszeiten auch die Frage der gewerkschaftlichen Vertretung der Beschäftigten. Die Gewerkschaft erklärte, weiterhin zu Verhandlungen bereit zu sein, und forderte die Saarbahn sowie deren Geschäftsführer Karsten Nagel zu ernsthaften Gesprächen auf. Zugleich räumte die Gewerkschaft ein, dass der monatelange Konflikt Belastungen für Fahrgäste und die Bevölkerung im Saarland mit sich bringe.

Nach Angaben der GDL verursache der seit Wochen aufrechterhaltene Schienenersatzverkehr erhebliche Kosten, die aus öffentlichen Mitteln getragen würden. Die Gewerkschaft erklärte, ihre Berechnungen zeigten, dass diese Aufwendungen die Kosten eines möglichen Tarifabschlusses bereits deutlich überstiegen. Sie forderte deshalb Transparenz über die Kosten des Ersatzkonzepts.

Der Tarifkonflikt zieht sich bereits seit mehreren Monaten hin. Die Saarbahn und der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV) wollen die Tarifpartnerschaft mit der GDL nicht weiterführen.

EVN