Der Tarifstreit zwischen Saarbahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) dauert an. Heute wurde morgens und mittags gestreikt – und es geht noch weiter.
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Fahrgäste der Saarbahn müssen heute weiterhin Geduld mitbringen: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat erneut zu einem Streik aufgerufen – heute schon zum dritten Mal. Der nächste Ausstand soll um 17.00 Uhr beginnen, wie die GDL mitteilte. Wie lang er dauern soll, gab sie nicht bekannt. Am Morgen war bereits von 6.00 bis 8.00 Uhr gestreikt worden, gefolgt von einem zweiten Streik von 12.00 bis 14.00 Uhr. Der nun angekündigte Ausstand wird nach Angaben der Stadtwerke der insgesamt 30. Streik in diesem Tarifkonflikt sein.
Der Streik habe keine Auswirkung auf das Ersatzkonzept, erklärte eine Sprecherin der Stadtwerke.
- Die S1 verkehrt bis 16.30 Uhr zwischen Saargemünd und Riegelsberg Süd.
- Extrabusse des Schienenersatzverkehrs bleiben unabhängig des Streiks weiterhin im Einsatz.
- Ergänzungsfahrten zwischen Riegelsberg Süd und Lebach entfallen vorläufig.
Man sei bestrebt, den Regelbetrieb der S1 wann immer möglich wieder hochzufahren, sagte die Sprecherin am Nachmittag. Wann genau das sein wird, ist demnach vom Streikverhalten der GDL abhängig.
Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zum Streik aufgerufen. Hintergrund ist ein schon seit mehreren Monaten andauernder Tarifkonflikt. Die Saarbahn befördert nach eigenen Angaben jährlich fast 35 Millionen Fahrgäste in Saarbrücken und im Regionalverband und fährt grenzüberschreitend bis ins lothringische Sarreguemines in Frankreich. Ihre Tram-Züge verkehren sowohl in der Stadt als auch im Umland.
GDL weist Vorwürfe von KAV Saar und Saarbahn zurück
Die GDL wies Vorwürfe von KAV Saar (Kommunaler Arbeitgeberverband Saar) und Saarbahn zurück, ihre Mitglieder würden für eine bundespolitische Agenda oder persönliche Interessen des GDL-Bundesvorsitzenden instrumentalisiert. Im Mittelpunkt des Tarifkonflikts stehe vielmehr die Forderung der Lokomotivführer nach einem eigenständigen Tarifvertrag und der gewerkschaftlichen Selbstbestimmung, hieß es laut Mitteilung. Die Gewerkschaft kritisierte, die Arbeitgeberseite versuche, diesen Kern der Auseinandersetzung zu verschleiern und Beschäftigte sowie Gewerkschaft gegeneinander auszuspielen. Hinweise auf Bestandsschutz seien kein Ersatz für eine eigenständige tarifliche Weiterentwicklung.
Die GDL hob die aus ihrer Sicht bisherige Verhandlungsbereitschaft hervor und wies die Darstellung zurück, sie habe sich einer Einigung verweigert. Zur Beilegung des Konflikts fordert sie eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.
Saarbahn kritisiert unberechenbare Streiktaktik der GDL
Die Saarbahn kritisierte ihrerseits die zunehmend unberechenbare Streiktaktik der GDL, die einen verlässlichen Regelbetrieb der Linie S1 erschwere. Als problematisch nennt das Unternehmen pauschale Streikankündigungen, kurzfristige Aufrufe und Rücknahmen unmittelbar vor Streikbeginn. Geschäftsführer Karsten Nagel warf der Gewerkschaft vor, damit vor allem die Fahrgäste zu belasten.
Die Saarbahn betonte die Bedeutung eines planbaren Verkehrsangebots und will ihr Ersatzkonzept deshalb weiterentwickeln. Zugleich appellierte das Unternehmen an die GDL, zu einer frühzeitigen und verlässlichen Streikkommunikation zurückzukehren.

EVN / dpa
